Göteborg an einem Tag

Fika, Haga, Saluhallen – wer davon noch nichts gehört hat, sollte diesen Text unbedingt lesen: Wir haben Göteborg an einem Tag erkundet und verraten euch, was ihr auf eurer Durchreise nicht verpassen solltet. 

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Ein Text von Elisa und Sina

Da stand sie vor uns, die große Fähre von Stena Lines, die uns in einer Nacht von Kiel nach Göteborg bringen sollte. Wir waren aufgeregt wie Kinder, fast ehrfürchtig, als wir das Schiff betraten und unsere Kabinen bezogen. Wir schmissen unsere Klamotten aufs Etagenbett, schauten einmal ins Badezimmer (wow, wir haben Handtücher und Shampoo), verzogen uns an die Bar und ließen die Eindrücke auf uns niederprasseln. So begann unsere erste Reise zu zweit.

Göteborg an einem Tag – so fing alles an

Am nächsten Tag kamen wir nach einer zugegeben wackligen Nacht in aller Herrgottsfrühe (ok, es war um 9) in Göteborg an. Bevor wir uns am leckeren Frühstücksbuffet stärkten (13,50 Euro p. P. inklusive Getränken), erlebten wir gleich das erste Highlight:

Göteborg und seine Schären

Morgens in der Dämmerung schauten wir noch schlaftrunken aus dem Kabinen-Fenster und waren schlagartig wach: Hatten wir die ganze Nacht nur einen tosenden dunklen Raum gesehen, wurde es draußen nun langsam hell. Das Wasser war flach und ruhig und die Fähre schob sich ganz gemächlich auf Göteborg zu. Erst schipperten wir an vereinzelten, einsamen Stein-Inselchen vorbei, mit nichts außer einem rot-weißen Leuchtturm oder einem rot-weißen Holzhaus auf sich – wenn überhaupt. Dann wurden die Inseln größer, es wurden mehr, und trotzdem wirkten sie so einsam inmitten des grauen Wassers, das es einem wirklich die Sprache verschlug. Wir schlichen uns an ihnen vorbei. Das Herz schlug uns bis zum Hals, wie immer, wenn wir realisieren, dass wir gerade etwas entdecken, das wir vorher so noch nie gesehen haben.

Leider waren wir nur an einem Tag in Göteborg und hatten keine Zeit, einen längeren Ausflug zu den Schäreninseln zu machen. Beim nächsten Mal ist das der absolute Platz 1 auf der Was-möchte-ich-sehen-Liste. Wir haben erfahren, dass man einfach auf eine Fähre steigen und einen Halbtagsausflug zu den Inselchen machen kann (Linie 11 bis Saltholmen). Unser Tipp: Do it!

Göteborg an einem Tag: Einen Ausflug zu den Schären sollte man einplanen (Schäreninseln)

Hej, hej Göteborg – Ein erster Spaziergang zu Wasser

Anscheinend hatten wir von Booten noch nicht genug, denn wir nahmen gleich das nächste Wasserfahrzeug: In Göteborg kannst du dich gut auf dem Fluss fortbewegen und die „wichtigsten“ Stationen der City mit der Fähre anfahren.

Von der Fähre aus hat man einen schönen Blick auf den Hafen von Göteborg

Ansonsten könnt ihr euch neben den Fähren auch gut mit den alten Straßenbahnen durch die Stadt bewegen. Du kannst dafür eine Touristenkarte von västtrafik (Infos leider nur auf schwedisch) nutzen, gültig für alle Busse, Straßenbahnen und Schiffe für Göteborg an einem Tag – für erschwingliche 80 SEK (Umrechnen: Währungsrechner). Praktisch: Die Plastikkarte hältst du dann einfach an das Piep-Ding am Eingang.

Unser Tag in Göteborg – das hat uns am besten gefallen

1. Tipp: Fischkirche (Feskekörka)

Wir hielten gleich am Anfang mit der Fähre an der Station „Valand“, stiegen aus und gingen schnurstracks auf die Markthalle mit Kirchenfassade zu: Die Feskekörka liegt einladend an einem Kanal und bietet alles, was man von einem schwedischen Markt am Hafen erwartet: Fisch in allen Facetten.

Fischhalle Feskekörka in Göteborg

Leider war es zu früh, um uns durch die Leckereien zu futtern, aber so waren wir die einzigen Besucher und konnten wenigstens ordentliche Eindrücke sammeln. Zugegeben, wir hätten uns die in allen Reiseführern angepriesene Halle etwas größer vorgestellt. Trotzdem bot sie uns einen tollen Start für unseren Göteborg-Trip an einem Tag.

Fisch und Krabben in der Fischhalle Feskekörka, Göteborg

2. Tipp: Let´s have a fika: Aufwärmen & Kaffetrinken

Ein grauer Tag in Göteborg hat auch was Gemütliches: Überall gibt´s kleine schnuckelige Cafés, die einem den Tag versüßen. So wärmten wir uns etwas durchgefroren im „Kronhuset“ auf und machten unsere erste schwedische Kaffeepause, die sogenannte fika. Von den verlockenden Desserts des Cafés ließen wir uns erst einmal nicht verführen, wir wussten, die nächste fika kommt bestimmt!

Erste fika in Göteborg im Kronhuset

Haufenweise Leckereien in Göteborgs Cafés

3. Tipp: Die schöne Altstadt im Norden von Göteborg

Am Kanal entlang ging es weiter zur berühmten Avenyn, die wohl nach dem Vorbild der Champs-Elysees gebaut wurde – naja, es war eine große Straße, die uns in die schnuckelige Innenstadt von Göteborg führen sollte. Rund um die „Kungsgatan“ reiht sich hier ein Modehaus ans andere, schöne Stuckhäuschen weisen dir den Weg und locken dich mal hier, mal da in eins der zahlreichen Cafés. Hier kann man schon mal Stunden verbringen, wenn man Lust auf Shoppen und Stöbern hat – und mehr Zeit.

Die Champs-Elysees von Göteborg: Die Avenyn in der City

Für alle Kulturinteressierten geht es weiter gen Norden, dort wartet die moderne Oper direkt am Hafen. Wir hatten Hunger und so ging´s für uns an diesem einen Tag in Göteborg gleich in die zweite Markthalle (Schwedisches Städtchen: Wir mögen dich!):

4. Tipp: Marktzeit! Mittagessen in den Saluhallen

Am Rande der Altstadt liegt die zentrale Markthalle Göteborgs, die Saluhallen. Hier waren wir um 14 Uhr nachmittags wahrlich nicht mehr allein unterwegs, was dem Genuss keinen Abbruch tat: Wir schoben uns an den schwedischen Studenten und Familien vorbei, streunten von Stand zu Stand und verschafften uns erstmal einen Überblick. Schnell wurde klar: Hier findet man alles, was man braucht, wenn man Hunger hat und nicht so viel Geld ausgeben möchte. Nachdem wir ein paar Mitbringsel gekauft hatten, setzten wir uns auf zwei Barhocker, die kreisförmig um eine offenen Küche standen, bestellten auf Gutdünken irgendwas Schwedisches auf der Karte und bekamen leckeren Fisch und die typischen schwedischen Köttbullar – Hackfleischklopse mit Kartoffeln und Preiselbeeren. Yeah! Es schmeckte fantastisch und kostete umgerechnet nur 7 Euro. Was will man mehr?

Ein Muss in Göteborg: Köttbullar mit Preiselbeeren

Marktzeit: Stände in dem Saluhallen in Göteborg

5. Tipp: Fika die Zweite: Kaffeeklatsch in Haga

Und schon kommen wir zu unserem letzten Tipp für einen Tagestrip nach Göteborg: Das Bilderbuchviertel Haga, dem historischen Teil der Stadt. Der ehemalige Arbeitervorort liegt ein paar Straßenbahn-Stationen von der Innenstadt entfernt (mit der 3 bis Järntorget fahren) und punktet durch seine zahllosen Cafés, den wirklich winzigen Klimbim-Läden und den vielen Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Übrigens ist nicht nur hier in Haga schon ab Mitte November alles ziemlich weihnachtlich geschmückt. Auch der berühmte Weihnachtsmarkt im Vergnügungspark am Lieseberg lädt bereits zur „Lichtershow“. Mehr zu Weihnachtsmärkten in Göteborg

Gemütliche Cafés in Haga an jeder Ecke, Göteborg

 

Da es an diesem Tag in Göteborg auf einmal wie aus dem Sprinkler anfing zu regnen, flüchteten wir ziemlich schnell in das Hebbe Lille, einem gemütlichen Café in der Haga Nygata, der Hauptstraße des Viertels, auf der (wie im ganzen Stadtteil) keine Autos fahren. Hier kann man wirklich Stunden verbringen!! Wir nahmen unsere Fika in Form eines Schwarztees und einer Leckerei vom üppigen Kuchenbuffet ein und können mit voller Inbrunst verkünden:

Das war das Beste, was wir je gegessen haben. Bananen-Schoko-Streusel-Kuchen, der ein paar Minuten auf Backofen-Temperatur gebracht wird und dann mit frischer Vanillesoße übergossen wird. Ein Traum! So wie das ganze Ambiente in diesem Café: kleine Holztischen, verschnörkelte Zweier-Bänke mit warmen Lamm-Fellen, süße Gartenstühlchen, Apothekerschränke und eine blumige Tapete mit Ornamenten verliehen dem Raum eine wunderbar heimelige Atmosphäre, die das schwedische Jungvolk in sich aufnahm.

Fika in Göteborg heißt auch Schlemmen

Leider hatten wir keine Zeit und auch überhaupt keinen Hunger mehr an diesem Tag in Göteborg, sonst hätten wir sicherlich noch eins der vielen, vielen anderen Cafés ausprobiert. Und ja, wir können sagen: Schon allein wegen der süßen Leckereien lohnt sich ein Besuch dieser Stadt, auch, wenn wir uns das Drumherum etwas, mh anders, vorgestellt hätten (schnuckeliger, stylisher, pompöser). Vielleicht lag es aber auch nur am typischen November-Wetter und der tief ins Gesicht gezogenen Mütze. Für einen Tag lohnt sich ein Stopp in Göteborg aber allemal, vor allem, wenn man die Schäreninseln besuchen will.

Die Fahrt mit der Fähre via Kiel würden wir empfehlen, besonders wegen der Einfahrt in den Hafen und dem leckeren, wenn auch relativ kostenintensivem Essen (Abendbuffet mit viel Fisch inklusive Getränken für knapp 45 Euro). Als Alternative könnt ihr auch sehr günstig, z. B. von Bremen aus, direkt nach Göteborg fliegen, wenn ihr mehr Zeit vor Ort haben möchtet.

Fast vergessen: Wäre das Wetter etwas besser gewesen, wären wir sicherlich noch zur Skansen Kronan hochgestiegen, die gleich hinter der Haga auf einem kleinen Berg thront und erhaben über die ganze Stadt blickt.

Her mit euren Tipps für einen Göteborg-Trip!

Wart ihr auch schon einmal in der schwedischen „Metropole“ und könnt ein Örtchen ganz besonders empfehlen? Was hat euch verzaubert?

Hej do! Sina & Elisa

Diese Reise wurde freundlicherweise von Stena Lines unterstützt.

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2 Kommentare

  1. Aus akutem Anfall von Ferndurst habe ich nun auch mal diese Mini-Göteborg-Kreuzfahrt gebucht. Eine Frage: Ist es dann dasselbe Schiff und Kabine auf Hin- und Rückfahrt? Also kann man Gepäck (Waschzeug zB) dortlassen? und um wievie Uhr morgens ist die Einfahrt durch die Schären, also wann sollte man aufstehen? GLG, Uta

    • Hi Uta,
      ach je, sorry, das weiß ich gar nicht mehr so richtig. Doch, ich glaube wir konnten das Gepäck an Bord lassen und hatten die gleiche Kajüte. Wie viel Uhr morgens das war, weiß ich leider gar nicht mehr. Ein paar der Inseln liegen aber direkt vor Göteborg, also einfach kurz vor Einfahrt. Am besten, du fragst mal bei Stenalines nach.

      LG und ganz viel Spaß
      Sina

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