Urlaub auf einem Hausboot … und du darfst wieder Kind sein

Freunde eingepackt, plus: Badesachen, Kerzen, Lampions, Schlafsack, Leuchtfarben, gute Laune, Gitarre, Musikanlage, Bier und eine Menge zu futtern. Du machst Urlaub auf einem Hausboot? Herzlichen Glückwunsch, du darfst wieder Kind sein – Ferienstimmung Ahoi!

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Wie ich Urlaub mit Freunden liebe. Eine Zeit lang gehörte einmal im Jahr eine Woche Dänemark für meinen Freundeskreis dazu. Seitdem alle einen Job haben, ist das nicht mehr so einfach. Aber letztes Jahr habe ich es geschafft, mit ein paar Freunden etwas anderes auszuprobieren: Urlaub auf einem Hausboot. Mit 13 Leuten buchten wir 2 Hausflöße für 4 Tage. Perfekt für die Sehnsucht nach Ferien, kein Geld für großen Urlaub, wenig Zeit und keine Möglichkeit weit weg zu reisen: Nach knapp drei Stunden Fahrt von Hamburg nach Mirow standen wir auf unserem Hausboot, bereit für unseren Kurzurlaub. Die Sonne lugte zwischen den Wolken hervor und als wir davon glitten, auf dem stillen Wasser der Mecklenburgischen Seenplatte, dachte ich nur, was für ein Schweineglück hier zu sein, auf der fahrenden „Terrasse“, inmitten der Natur.

Entspannter Urlaub auf einem Hausboot

Kann jeder ein Hausboot fahren, ohne Führerschein?

Ich zierte mich bei der Einweisung ganz schön und fragte mich, wie schnell man wohl einen Steg rammen oder in der Schleuse hängen bleiben kann. Zum Glück habe ich auch normale Freunde. Die haben sich nämlich in Ruhe alles vom Bootsverleiher erklären lassen und nach einer Probefahrt war klar: Urlaub auf einem Hausboot ist ziemlich easy. Man braucht keinen Bootsführerschein, um ein Hausfloß zu fahren. Nur gute Ohren, Gelassenheit und 18 Jahre sollte man sein. Bei der Einweisung wird alles gut erklärt: Wie der Motor gestartet wird, was zu machen ist, wenn er nicht anspringt, wann der Anker geworfen wird, mit welchen Knoten die Seile festgemacht werden (was gar nicht so schwer ist), was bei Schleusen beachtet werden muss (Warten ist das Stichwort), wo gefahren werden darf, wann nicht und wo angelegt werden kann. Und das Wichtigste: vom Gas gehen beim Anlegen. Nach einer Probefahrt ist man fast schon Profi Hausboot-Fahrer. Und noch ein letzter Hinweis vom Bootsverleiher: Bitte nicht aufs Dach. Ähm, ja….

Urlaub auf einem Hausboot – Was kann man hier den lieben langen Tag machen?

Auf dem Dach des Hausboots kann man es gut aushalten

Aus der Sichtweite des Bootsverleihers: Erst einmal aufs Dach. Natürlich auf eigene Gefahr. Dann vom Dach ins Wasser springen. Auf dem Dach Yoga machen. Und später Sterne gucken, vom Dach. Was wir sonst noch so in unserem Urlaub auf einem Hausboot getrieben haben:

Frühstück im Freien: Könnte ein Tag schöner anfangen, als mit einem frisch gebrühten Kaffee, Leckereien auf der Terrasse, umgeben von Wasser, Rücken an Rücken mit geliebten Freunden? Nachdem wir die Nacht am Ufer verbracht hatten, ging es morgens mit unseren schwimmenden Häuschen in die Sonne aufs Wasser. Damit unsere zwei Boote nicht auseinandertrieben, haben wir sie aneinander gebunden und den Anker geworfen. (Am besten an einer Stelle, wo nicht gerade Durchgangsverkehr herrscht. Logisch.) Das hätten wir stundenlang machen können. Haben wir das vielleicht auch? Die Zeit spielte in unserem Kurzurlaub auf dem Hausfloß jedenfalls keine Rolle. Wir lebten einfach in den Tag hinein, ohne große Pläne, ohne einen Hauch von Stress.

Schlemmerfruehstueck auf dem Sonnendeck unseres Hausboots

Mit dem Hausboot durch die Mecklenburgische Seenplatte: Das Hausboot ist ein fahrendes Haus. Ein fahrendes Haus!? Wünscht sich das nicht jedes Kind? Ok, es war kein riesengroßes Haus, aber für kurze Zeit unser kleines Heim, mit dem wir dort hinfahren konnten, wohin wir wollten. Also schipperten wir von See zu See, vorbei an grünen Sträuchern, langem Schilf und geschwungenen Wäldern am Horizont, die sich wellig im Wasser spiegelten. Wunderschön! Leider konnten wir mit dem motorbetriebenen Floß nicht alle Ecken befahren. Aber die Mecklenburgische Seenplatte ist riesengroß und war auch so umwerfend.

An fast jedem Ufer kann man mit dem Hausboot anlegen

Ab ins Wasser! Urlaub auf einem Hausboot heißt, jederzeit baden gehen zu können. Ganz so bilderbuchartig war es leider nicht, da wir eine ganz schön kalte Woche erwischt haben. Aber das hat uns nicht abgehalten trotzdem in unsere Badesachen zu schlüpfen und kurz im See abzutauchen. Die ganz Mutigen, nicht ich, sind vom Dach ins Wasser gesprungen. Yeah. Zugucken hat auch Spaß gemacht.

Ab ins Wasser. Am besten vom Dach des Hausboots.

Spiele spielen & Musik machen: Auf dem Hausfloß ist nicht viel Platz und mal eben von Bord gehen ist nicht immer sofort möglich. Damit es nicht langweilig wurde, haben wir jede Menge Spiele eingepackt. Aber wir brauchten eigentlich nicht viel, um uns zu beschäftigen. Wir hatten einfach Zeit für uns, um zu quatschen und rumzublödeln. Manche flochten sich Zöpfe ins Haar oder wir bemalten uns mit Leuchtfarben. Wir spielten Klassiker auf der Gitarre, angelten oder ließen Seifenblasen steigen. Was man halt so als großes Kind macht.

Zwischendurch mal snacken: Wovon man nicht zu wenig auf dem Hausfloß haben sollte, ist etwas zu knabbern, wenn es doch mal langweilig wird. Hin und wieder trafen wir auf einen fliegenden bzw. schwimmenden Händler, der kurz am Boot andockt, um leckeren, frischen Räucherfisch zu verkaufen. Da griffen wir zu und es blieb nicht bei einem Fisch. Wir kamen auch an Restaurants vorbei, an denen wir direkt anlegen konnten und holten uns noch mehr Räucherfisch. Oder Pommes oder Eis!

Lecker Fisch. Yummie.

Sich mal aus der Gruppe ausklinken: So klein so ein Hausboot auch ist, irgendwie hat es jeder von uns mal geschafft, sich in unserem kleinen Urlaub auch mal zurückzuziehen, ob mit Buch auf auf dem Dach, auf der kleinen Terrasse oder dösend im Schlafsack eingekuschelt. Ich habe es genossen für mich zu sein, gleichzeitig die lachenden Leute um einen rum zu wissen.

Urlaub auf einem Hausboot - entspannt auf dem Sonnendeck

An Land gehen: Da es nicht heiß genug war, um ständig im Wasser zu plantschen, brauchten wir auch mal Auslauf. Dann sind wir an Land gegangen, um im Wald spazieren zu gehen oder Frisbee zu spielen. Man kann fast immer ans Ufer fahren und einfach anlegen. Es gibt einige Campingplätze oder mal einen Steg direkt an einem Restaurant/ Bistro, ab und an landet man auch auf Privatgrundstücken, aber vor allem grenzen nahezu überall ein Wald oder Wiesen an die Seen, die oftmals für jeden frei zugänglich sind. So blieben wir meist unter uns, wenn wir anlegten. Sobald wir Land unter unseren Füßen hatten, spürten wir, wie sehr wir uns an das Schaukeln und Wippen unseres Hausboots gewöhnt hatten, denn plötzlich waren wir etwas wackelig auf den Beinen. Und was wir auch schnell merkten: Umgefallene Baumstämme, die verlockend das Floß mit dem Ufer verbinden, sind manchmal genauso unsicher, wie sie aussehen. 5 von 13 Leuten (oder noch mehr?) versenkten mindestens einen Fuß im Wasser samt pitschnassem Schuh. Also, Flipflops anziehen oder barfuß laufen und Hosen hochkrempeln.

Das Boot für die Nacht schmücken. Das war wirklich sooo schön: Wir haben das Floß mit Lampions behängt und viele Kerzen aufgestellt. Kunterbunt leuchtendes Boot, fusionartige Atmosphäre, glühendes Herz – Urlaub auf einem Hausboot erfüllte das verspielte Kinderseelchen in uns.

Packliste Hausboot: Lampions und Kerzen nicht vergessen

Musikanlage aufdrehen oder gemütlichen Gitarrenklängen am Lagerfeuer lauschen. Für die Nacht unbedingt ein einsames Plätzchen suchen! Auf unserer Karte vom Bootsverleiher (mehr Infos dazu weiter unten) haben wir für die Nacht immer an einer Stelle angelegt, die nicht in der Nähe eines Campingplatzes war, um niemanden zu stören. Dann drehten wir unsere Musikanlage auf. Und tanzten auf der „Veranda“ unseres Hausboots. Oder klimperten auf der Gitarre am Lagerfeuer. Übrigens, das mit dem ins Wasser fallen, geht natürlich besser, je später und dunkler es ist …

13 Leute auf 2 Hausbooten – wieviel Comfort hatten wir in unserem kleinen Urlaub?

Klein aber fein. Wir hatten genung Platz auf unserem Hausboot

Unser Hausfloß, die Eckdaten: Wir hatten ein einfaches, motorbetriebenes Floß mit einem Holzaufbau mit Schlafnischen und einem Sonnendeck, buchbar beim Floß-Verleih. Die großen Flöße, die wir gemietet haben, haben uns vollkommen glücklich gemacht. Teils gibt es Anbieter mit einem (offiziell) begehbaren Dach. Wer suchet, der findet.

Wie schläft man auf einem Hausboot? Es wird kuschelig! Das erinnert ein bisschen an eine Klassenreise. Auf unser Boot passten 6, gequetscht 7 Leute rauf. Geschlafen wurde auf Holzbänken, die mit Isomatten ausgelegt waren. Mit Schlafsäcken und Tüchern und Kissen war`s gemütlich. Und nachts die schöne Stille und nichts um uns rum als Natur, mit Blick auf den Sternenhimmel vom Fensterplatz.

Urlaub auf einem Hausboot ist entspannt und chillig

Wie kalt wird es nachts? Die Hausboote sind zwar offen, aber abends (oder bei Regen) kann man die Fenster und Türen mit Planen abdecken. Schlafen auf einem Hausboot ist vergleichbar mit Campen in einem Zelt, ich habe jedenfalls nicht gefroren.

Was ist mit Strom und Licht auf einem Hausboot?: Wir hatten Licht in Form einer kleinem Deckenlampe und auch Strom, um zum Beispiel das Handy aufzuladen (wenn man es nicht schafft, für ein paar Tage auf die digitale Welt zu verzichten).

Gibt es eine Kochnische?: Unser Hausfloß war mit einer Camping-Kochplatte ausgestattet. Die hatte nicht ganz so viel Power, aber mit ein wenig Geduld reichte sie aus, um leckere, warme Rieseneintöpfe für über 10 Leute zu zaubern.

Und was ist mit der Toilette auf einem Hausboot? Das war ehrlich gesagt eine meiner ersten Fragen. Aber daran haben die Bootsverleiher natürlich auch gedacht. Es gab ein kleines Klohäuschen an Bord und es war kein stinkendes Plumsklo, sondern eine Toilette, die vor jedem Klogang mit einer Art verschließbarer Mülltüte bestückt wurde. Was rein kommt, kommt auch nicht wieder raus. Die Tüte wird hinterher einfach in die Mülltonne verbannt. Die Toilette haben wir aber nahezu gar nicht genutzt, weil wir oft an Land waren und entweder die Klos auf einem Campingplatz nutzen konnten oder im Wald verschwanden.

Letzte praktische Tipps für den ersten Urlaub auf einem Hausboot

  • Mit dem Hausboot durch die Mecklenburgische Seenplatte zu schippern erfordert keine Routenplanung im Voraus. Zumindest brauchten wir es nicht. Auf den Karten, die wir vom Bootsverleiher bekommen haben, ist alles gekennzeichnet: Wo, welcher See ist, wann ein Schleusenfahrt eingeplant werden muss, an welchen Stellen man Campingplätze findet. Ich fand die Seenplatte bezaubernd, egal wo wir landeten. Wobei ich auch zugeben muss, dass wir nicht sehr weit kamen mit unseren ganzen Pausen zum Baden, Angeln oder Essen.
  • Viele Seen sind durch Schleusen verbunden. Informiert euch vorher beim Bootsverleiher, wo üblicherweise viel Andrang sein kann. Denn an den meisten Schleusen war Warten angesagt. Und warten. Und nochmals warten.
  • Wann buchen? Den Urlaub auf einem Hausboot sollte man früh planen. Wir haben 2 Monate vorher reserviert, aber das war schon knapp, weil wir keine große Auswahl mehr hatten. Also, wer ein Hausfloß mieten will, der sollte es nicht spontan machen.
  • Die Promillegrenze beim Hausbootfahren auf der Mecklenburgischen Seenplatte liegt bei 0,5. Also, am besten kein Alkohol am Steuer. Erstens, wegen der Sicherheit, zweitens: der Führerschein kommt weg, wenn dich die Polizei packt, und der begegnet man schon mal auf den Seen.
  • Nachts legt man am Ufer an: ab 21 durften wir nicht mehr auf der Mecklenburgische Seenplatte fahren und suchten uns ein ruhiges Plätzchen, wo wir den Sonnenuntergang genossen.

Sonnenuntergang auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Herrlich.

Ahoi, ihr Lieben! Eure Elisa

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1 Kommentare

  1. Oh hey total cool! Ich komme aus der Nähe und meine Freunde und ich haben auch schon ein tolles Wochenende auf so einem Hausboot hinter uns – so schön, dass wir das dieses Jahr auch direkt wiederholen :) Dein Artikel lässt in mir die Vorfreude steigen wie verrückt!!!

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