Wir gehen auf Weltreise! Unser Weg ins Abenteuer

Wir haben´s getan, zum allerersten Mal … Ende des Jahres geht es für meinen Freund und mich auf Weltreise. Für unbestimmte Zeit. Bis zu dieser Entscheidung war es ein langer, emotionaler Trampelpfad. Doch irgendwann war plötzlich alles ganz einfach. 5 Schritte mussten wir gehen. Ein Gedankenreview.

Anzeige

Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung von dir entfernt. (Lisz Hirn)

See Bohinj in Slowenien

Ich bin ein Weltenbummlerkind, oft umgezogen, viel gereist. Ich konnte mir vorstellen, irgendwann auszuwandern … Doch nach meinem Semester auf Bali bekam mein Fernweh eine kleine Atempause. Ich wollte erstmal ankommen, und zog 2012 nach Hamburg, um mir meinen ersten festen Job zu suchen. Als im Sommer 2014 eine Freundin in die große weite Welt aufbrach, war ich (noch) kein Stück neidisch. „Ach nö, mir reicht mein Jahresurlaub.“ Und das stimmte auch.

Ich hatte damals einen wunderbaren Job gefunden und war vollkommen glücklich. Ich konnte meinen größere Reisen und Kurztrips planen und mich drauf freuen, mega! Das ging so lang gut, bis ich meinen Fuß auf thailändischen Boden setzte. Das war vor 1,5 Jahren.

Schritt 1: Thailand oder der Keim eines Herzenswunsches

Nach Bali war Thailand unsere erste Fernreise. Schon Elisa hatte sich bei ihrem ersten Trip vor einigen Jahren in dieses Land verliebt. Umso gespannter war ich auf meine Eindrücke – und was soll ich sagen? Dieses Stückchen Welt hat mich umgehauen! Palmen, weiße Strände, die türkisblaue Andamanensee, Kalksteinfelsen, die aus dem Wasser ragen, köstlichstes Essen …

Ao Nang Beach in Krabi, Thailand

Doch am Ende verzauberte mich vor allem die Atmosphäre, das Zusammenspiel von schönster Natur, lieben Menschen, günstiger Lebenshaltung, easy-going-Mentalität – ein pures Freiheitsgefühl, das mich jedem Langzeitbackpacker neidische Blicke zuwerfen ließ.

Sonnenuntergang genießen in einer Hippie-Bar auf Koh Lanta, Thailand

Nach drei Wochen wollte ich noch immer nicht weg. Ich hätte mich am liebsten an eine Palme gekettet, der Abschied vom Strand in Ao Nang fiel mir so schwer wie das Lebewohl zu einer Liebe, noch am Flughafen machte ich meinem Kummer in einem Blogpost Luft… So etwas hatte ich bis dahin noch nie gespürt. Am Ende nützte alles nichts. Hello good (c)old Germany.

Schmollmöpse

Schmollmöpse

Schritt 2: Wankelmut

Der Wunsch, nach Thailand zurückzukehren, für längere Zeit, jeden Winkel dieses wunderbaren Landes zu erkunden, ohne auf die Zeit zu achten und uns nur vom Gefühl leiten zu lassen, wuchs. Mein Freund und ich sprachen erst rein hypothetisch über eine Langzeitreise:

„Das wäre verrückt! Das können wir nicht machen.“ – „Oder doch?“

„Das ist viel zu teuer.“ – „Wie viel müssten wir eigentlich sparen?“

„Was machen wir mit unserer Wohnung? Und, oha, was ist mit Freunden, Familie, dem Job …???!!!“

Natürlich gab es genügend Gründe, alles beim Alten zu lassen. Die gibt es immer. Doch unser Traum ließ sich nicht verjagen. Er blieb. Und dann, irgendwann, sagten wir uns: „Jetzt oder nie! Wir machen das.“ Darauf stießen wir eine Millionen Mal in unsere Lieblingskneipe an, verloren uns gedanklich in der großen weiten Welt und spürten die vollkommene Freiheit. Euphorie pur.

Entscheidung treffen, zack bum, nur noch freuen bis zum Start der Reise? Hach, das wäre sehr, sehr schön gewesen. So war es aber nicht. Mehr als einmal machten uns Ängste und Zweifel einen Strich durch die Rechnung, ließen uns Überlegungen über Bord werfen, den Reisestart nach hinten schieben. „Wenn es so schwer ist, warum macht man das dann überhaupt?“ Das könnte man sich fragen. Oder man wagt es einfach, trotz – oder vielleicht gerade wegen – all der Herausforderungen.

Es gibt zwei Dinge, die einen Menschen daran hindern, seine Träume zu verwirklichen:

„Der Glaube, sie seien ohnehin unerfüllbar, oder wenn diese durch eine unerwartete Drehung des Schicksalsrades plötzlich doch erfüllbar werden. In solchen Augenblicken bekommt man Angst vor einem Weg, von dem man nicht weiß, wohin er führt, vor einem Leben voller unbekannter Herausforderungen, davor, dass vertraute Dinge für immer verschwinden könnten. (…) Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim Alten bleibt.“ (Paulo Coelho, aus: Der Dämon und Fräulein Prym)

Schritt 3: Ängsten begegnen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Leider tötet diese Gewohnheit viel zu oft unsere Träume. Aber manchmal, da boxt sich die Sehnsucht durch, und gewinnt.

Am Ende hat jede Angst Ursachen. Diese zu entschlüsseln und sie anzunehmen, ist der erste Schritt in Richtung Verwirklichung. Bei mir wurde die Angst vor allem durch zu viel Planung ausgelöst: Unsere erste Idee war es, in Kanada zu starten, die Westküste der USA runterzufahren, weiter nach Mexiko zu fliegen, noch Südamerika mitzunehmen … Klingt gut? Ja, aber ich fühlte nur noch Druck!

→Mehr dazu auf meinem neuen Blog Soulflake: Die Angst vor Veränderung und wie man sie besiegt 

Also fragten wir uns, was wir von der Reise erwarten und wirklich wollen. Und das ließ sich mit einem Wort zusammenfassen: Freiheit!

  1. Unabhängig sein – von Zeit und Raum.

    Wir möchten nicht heute schon wissen, wo wir morgen, übermorgen oder nächste Woche sein werden. Wir möchten nicht alle Länder abhaken, rasen, möglichst viel sehen, alle Highlights erleben. Wir möchten uns Zeit lassen, länger bleiben an Orten, die uns gut gefallen, weiterreisen, wenn wir uns nicht wohl fühlen, Insidertipps folgen, inspiriert sein, Menschen und neue Sprachen kennen lernen, Atmosphären aufsaugen.

    Schon jetzt im Alltag läuft vieles nach Plan, Reisen werden zumindest grob durchgeplant – wäre ja kacke, wenn im wohl verdienten Urlaub irgendwas schief geht. Doch dieser Hang zum Perfektionismus bedeutet auch Stress, spätestens wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. (Darüber hat auch schon Elisa hier gebloggt.)

    Die Vorstellung, mehrere Monate durchzuplanen, fand ich beengend, gerade weil ich gern alles durchdenke. Unsere Lösung: Wir setzen auf einen One-Way-Flug und buchen kein Around the World Ticket.

  2. Das tun, worauf wir Lust haben.

    Mal ehrlich: Wer von uns weiß wirklich, was uns gut tut und was wir wirklich wollen? Oder anders gefragt: Wie oft machen wir Dinge, die uns keinen Spaß machen und von denen wir trotzdem denken, sie tun zu müssen? Meist haben wir schlichtweg zu wenig Zeit, uns damit auseinanderzusetzen und auf unser Gefühl zu hören. Diese Zeit werden wir uns nehmen.

  3. Nach Deutschland zurückkommen, wenn uns danach ist

    Am Ende wollen wir uns auch die Freiheit nehmen, früher zurückzufliegen, wenn irgendetwas sein sollte. Alles kann, nichts muss.

Abenteuer Weltreise: Wir wünschen uns Freiheit - wie hier am Lake Bohinj in Slowenien

Frei sein. Wie hier am Lake Bohinj.

Schritt 4: Nägel mit Köpfen

Wir hatten uns also entschieden. Am liebsten wären wir einfach losgefahren, ohne Abschiede, ohne Tamtam. Aber das ging nicht, schade eigentlich. Wir mussten uns zunächst der wohl wichtigsten, zu klärenden Komponente stellen: Unseren Arbeitgebern – und den Jobs, an denen wir hingen.

Wir fassten uns ein Herz, sprachen mit unseren Vorgesetzten und hatten ziemlich schnell die Gewissheit: Ein längeres Sabbatical wird nicht möglich sein, wir müssen kündigen. Das war traurig. Trotzdem blieben wir bei unserer Entscheidung für die Reise. Und das war am Ende erstaunlicherweise ziemlich einfach. Bauch und Herz hatten die Führung übernommen, der Kopf war besiegt.

Lake Bohinj in Slowenien - Ausblick von unserem Balkon

Schritt 5: Erkenntnisse und Vorfreude

Jeder neue Weg, bedeutet auch, alte Pfade hinter sich zu lassen.

Natürlich fällt es leichter, neue Schritte zu gehen, wenn die gegenwärtige Situation frustrierend ist. So war es bei uns aber nicht. Und dafür sind wir dankbar. Es zeigt, wie viel Schönes wir in unserem Leben haben, das wir nicht so leicht aufgeben mögen.

Es ist schwierig, Verstand und Sicherheitsdenken auszuschalten, für manche mehr, für manche weniger. Aber trotzdem auf sein Herz zu hören, nicht den einfachen Weg zu gehen, auch wenn es sich nicht immer gut anfühlt, ist eine krasse Herausforderung, an der man nur wachsen kann.

Am Ende ist es doch so: Alles verändert sich, ständig, nichts bleibt, wie es gerade ist, jedenfalls nicht für immer. „Alles ist im Fluss“, wie eine liebe Freundin gern sagt. Das ist schön, und irgendwie auch nicht. Man hat alle Möglichkeiten, muss nur wagen, springen, sich bewegen. Und gleichzeitig macht genau das Angst. Ich habe mich dieser fürs Erste gestellt und bin unendlich gespannt auf die Zukunft.

Jetzt beginnt die Zeit der konkreten Planung und wir freuen uns so sehr auf alles, was kommt – und auch darauf, euch mitzunehmen (es gibt schon eine neue Kategorie: Weltreise)!

Ich lese jeden Tag tausende Reiseblogs, fange an die Wohnung auszumisten, nehme Krankenversicherungsbums & Co. in Angriff, stürze mich mit meinem Liebsten gedanklich in die Auszeit, träume, hyperventiliere, und habe nur noch ganz kurz und selten Angst. ;) Ich bin dankbar für die letzten Jahre in Hamburg, und dankbar für die Chance eines riesengroßen Abenteuers, das endlich zum Greifen nah ist.

Die Entscheidung für Station 1 ist auch schon gefallen. Und anders als ihr jetzt vielleicht denkt, wird es nicht Thailand sein. Wohin uns die Welt trägt, verraten wir euch in den nächsten Wochen.

So, stay tuned. ;-) Hugs & love, Sina

Weltreise Ferndurst

PS: So richtig trennen können wir uns dann doch nicht, und behalten fürs Erste unsere Wohnung. Wer also ein Heim zur Zwischenmiete in Hamburg-Ottensen bis Juni sucht, möge sich gern melden. :-)

Reise mit uns um die Welt – und abonniere unseren Newsletter:

Für Newsletter anmelden

Weitere tolle Beiträge, die zeigen dass es manchmal eben doch nicht so easypeasy ist mit dem Entscheiden (und mir sehr geholfen haben!!):

Das könnte dich auch interessieren:

Kategorie Gedanken, Weltreise-Blog, Weltreise-Planung

Ich bin chronisch ferndurstig, lasse mich gern treiben, und liebe es, ein Land langsam und intensiv zu bereisen - und das Glücksgefühl, das ich habe, wenn ein Ort mich in seinen Bann zieht. Seit Dezember 2016 heißt es: Vollzeitreisen. Ich habe meinen Traum in die Tat umgesetzt und befinde mich auf großer Reise mit meinem Freund. Mein neuer Blog: www.soulflake.de mit Texten über die Freiheit wir selbst zu sein.

12 Kommentare

  1. Wie schön du den Entscheidunhsprozess beschrieben hast… All das ist mit uns auch passiert. Und jetzt starten wir in weniger als vier Monaten mit einem One-Way-Ticket in die große weite Welt. Ich bin gespannt, wo es euch hinverschlägt… Viele Grüße, Saskia

    • Liebe Saskia, da muss ich gleich mal in deinem Blog stöbern – mega, dass ihr auch den Schritt gewagt habt. Und ja, das mit dem Entscheiden war echt nicht ohne. Und dennoch stehen wir jetzt da, im Herzen bereit zum losfliegen … Hachjaaaa, aufregend alles. :) Lieber Gruß, Sina

  2. Ach was sind das für coole Neuigkeiten! Ich freu mich riesig für euch :)

    Und wegen der Wohnung: Hier, hier! Wenn du magst, kannst du mir gern ma die Eckdaten per Mail zukommen lassen?

  3. Wow, gratuliere euch zu eurer Entscheidung und kann das Herzflattern absolut verstehen :)
    Eine Weltreise ist wirklich ein Riesenschritt und ich wünsche euch jetzt schon eine unvergessliche Zeit. Ich habe für mich auch eine Weltreise für 2018 ins Auge gefasst und hoffe, dass ich auch euren Weg gehen kann um die Entscheidung zu fixieren.
    Ich freue mich schon auf weitere Beiträge zu eurer Vorbereitung – da kann ich mir dann ein paar gute Tipps holen.
    Liebe Grüße aus dem Wunderland
    Dori

    • Liebe Dori, daaanke dir! Ach kuhl, dass du eine Reise auch ins Auge gefasst hast. Ist nicht einfach, dieser letzte Schritt, aber die Alternative wäre, es nicht zu machen. Auch irgendwie keine Lösung, oder? :) Ich werde in den nächsten Monaten fleißig die Planung verschriftlichen und euch auf dem Laufenden halten. LG, Sina

  4. Liebe Sina,

    Gefühlschaos pur!!! Bin auf eure weiteren Schritte gespannt!! Ganz viel Spaß, denn die Vorbereitung ist bereits der erste Teil der Reise :-)

    Ganz liebe Grüße, Alex

  5. Hallo Sina,
    bin gerade zufällig auf deinem Blog angekommen. Unsere Vorbereitungen laufen auch auf Hochtouren, deswegen kann ich dich sehr gut verstehen. Für uns geht es ab dem 31. Dez. los :) Ich freu mich schon so wahnsinnig. Wir kommen aus Kiel also gar nicht so weit entfernt. Ich wünsche euch schonmal eine wunderschöne Zeit und vielleicht begegnet man sich ja mal in der großen weiten Welt.
    Liebste Grüße, Jana

    • Oh krass, bei uns sind es jetzt nur noch 5 (!) Tage – ein nicht greifbares Gefühl ist das! Ich wünsche euch auch ganz viel Spaß. Wo geht es für euch hin?

  6. Voll super, dass ihr das anpackt! Eine Weltreise ist auch schon lange mein Traum! Ich möchte am liebsten jede Ecke der Welt kennenlernen?
    Wie macht ihr das mit der Finanzierung? Habt ihr so viel gespart, dass ihr die Zeit davon leben könnt oder macht ihr es so Work and travel mäßig? Ich überlege nämlich, wie ich so eine Weltreise am besten (finanziell) umsetzten könnte und bin um jeden Tipp dankbar…
    Viele tolle Erfahrungen wünsche ich euch auf eurer Reise!!
    Liebe Grüße, Sina (heiße auch Sina?)

    • Hey Sina ?, also wir wollen in der ersten Zeit wohl nicht arbeiten (nur wenn wir auf ein tolles Projekt stoßen) und haben deshalb genug gespart, um länger reisen zu können. Wie lange wird sich zeigen. :) Wir haben uns grob ausgerechnet, wieviel wir ungefähr bräuchten und wieviel wir im Monat ca sparen müssten. Dann haben wir Daueraufträge eingerichtet und ca 1/4 unseres Gehalts gespart, über ein Jahr lang. Außerdem haben wir sehr früh ausgemistet und alles verkauft, was wir nicht mehr brauchten. Ich bin z.B. auch nicht mehr shoppen gegangen, habe nur noch gebrauchte Bücher gekauft und bin nicht mehr viel ausgegangen, sondern habe das eher nach Hause verlagert, auf Langstreckenurlaube haben wir auch verzichtet … außerdem habe ich kein Auto und auch sonst nicht viele fixen Kosten, die Miete ist günstig… ich hab einfach alles ein bisschen überdacht und am Ende nicht mal das Gefühl gehabt, auf etwas zu verzichten. Einfach loslegen ist wohl der beste Tipp, den ich geben kann. :) Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen. LG Sina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*