Off to Nazaré – Ein Reisebericht

Nazaré ist erst auf den zweiten Blick schön. Hier muss man das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen entdecken, ein bisschen suchen, die Augen öffnen. Mein Reisebericht von der Fischerstadt an Portugals Atlantikküste

Anzeige

Es war ein Montag im August, der erste heiße Tag auf unserer Portugalreise. Wir packten unsere Koffer im Hotel Sana Reno (nicht ohne noch einmal den Pool auf dem Dach zu nutzen) in Lissabon. Mit der Busgesellschaft Rede Expressos fuhren wir vom „Sene Rio Zoologico“, dem Busbahnhof in Lissabon, für zehn Euro nach Nazaré an die Atlantikküste. Je mehr wir uns dem Ozean näherten, desto kühler wurde es. Die Temperatur sank von 28 auf 22 Grad. Kein Problem dachten wir uns, wird schon warm sein, hier in Portugal. Und das war es auch, als wir mitten in der Touristenregion in Nazaré ausstiegen und unsere Koffer an Souvenierständen und Pauschaltouristen vorbeischleppten.

Wie gesagt, wir kamen im Zentrum an, dem Touri-Hot-Spot von Portugals Westküste – Nazaré ist übrigens auch für seine Monsterwaves berühmt (allerdings nur im Winter). Den riesigen breiten Sandstrand und den intensiv blauen Atlantik sahen wir irgendwie nur mit einem Auge, zu sehr waren wir damit beschäftigt, Postkartenständen und Autos auszuweichen, die sich an der Strandpromenade entlangschoben. Der Wind kühlte die 22 Grad dann auch auf 18 Grad ab. Das gebuchte Hotelzimmer mit Meerblick („Gönnen wir uns doch mal was“) lag dann leider direkt an dieser tollen „Strandpromenade“, laute Autos, kreischende Touristen und das überaus beliebte Eiscafé immer gut in Hörweite. Wände so dünn wie Esspapier.

Ausblick vom Hotelzimmer in Nazaré, Portugal

Der Ausblick von Hotelzimmer war doch ganz schön

Gut, dachten wir uns, ab an den Strand, schlimmer kann´s nicht werden. Wir stapften also durch den Sand, immer Slalom durch die Menschenmassen, hier ein Schirmchen, dort ein Windsegel. Was für ein Quatsch, flüsterten wir uns angesäuert zu, legten uns hin, flach, flacher, der Wind fegte, es wurde kälter, dann deckten wir uns mit unseren Handtüchern zu. Schnell noch die Augen schließen (Ohren gingen leider nicht), durchatmen. Nach einer halben Stunde Dauergänsehaut gaben wir´s auf und gingen erst einmal heiß duschen.

Augen auf: Nazaré bist du schön

Abends trauten wir uns dann noch einmal raus und marschierten schleunigst in die entgegengesetzt Richtung, von der wir gekommen sind, immer Richtung Hügel aka Felsplateau, auf dem man kleine weiße Häuschen erahnen konnte. Da verspürte ich ein erstes Wow-Gefühl, ein leichtes Kribbeln. Hatte ich diesen Berg vorher noch gar nicht gesehen? Und war der Strand auch vorhin schon so hell und breit, das Wasser so grünblau? Ganz nett, sehr nett, ok. Wir bogen nach ein paar hundert Metern ab, weg vom Strand, rein in die Gassen des historischen Stadtteils Pederneira und siehe da: Nazaré ist ja total schnuckelig! Hier gibt es keine Hotels, nur viele portugiesische Restaurants, alle urig, alle voll, alle einladend. Erstmal trug es uns kreuz und quer durch die engen Straßen, mal links, mal rechts, an hellen Häusern mit bunten Azulejos (Fliesen) vorbei, immer der Nase nach, denn hier wird noch auf der Straße gegrillt.

Insgesamt verbrachten wir 4 Tage in diesem Fischerstädtchen Nazaré, kauften uns gleich am zweiten Tag ein „lächerliches“ Windsegel, brutzelten, sicher vor dem Wind, in der Sonne und gingen jeden Abend in ein anderes Restaurant, aßen hier und da frischen Fisch und schlenderten jeden Morgen zum Markt, auf dem das Ferndurst-Herz höher schlägt: Frisches Obst, Brot und Brötchen, natürlich Oliven, buntes Gemüse, und weiter oben auch Fisch aus dem Atlantik. Ein Genuss und Erlebnis gleichermaßen. Die Pastelarias (Bäckereien/Cafés) rund um den Markt sind auch nur zu empfehlen. Hier bekommt ihr noch super günstige Natas (Puddingtörtchen), Tosta Mista (Tost mit Käse und Schinken) und natürlich café (Espresso). Denn, was uns vorher nicht aufgefallen war: Hier machen viele Portugiesen Urlaub, es ging also doch echt-portugiesisch zu. Starbucks und McDonalds? Weit gefehlt.

Der Markt von Nazaré, Portugal

Köstlichkeiten auf dem Markt

Sitio – ein Stadtteil mit Blick auf die Bucht von Nazaré

Einen Abend fuhren wir mit der Bergbahn „Ascencor de Nazaré“ auf das Felsplateau, dessen steile Klippen Nazaré abrupt begrenzen und die Bucht so bezaubernd machen. Und siehe da: Hoch oben mit atemberaubenden Blick auf schöne, weißen Häuschen und den strahlend blauen Atlantischen Ozean hatten wir Gänsehaut, Gänsehaut, Gänsehaut. So schlenderten wir durch die Straßen von Sitio, vorbei an schönen weißen Häusern, grünen Palmen, immer weiter Richtung Leuchtturm. Hier genossen wir den Sonnenuntergang und stellten fest, dass es doch sehr kalt wird, wenn die Sonne am Horizont verschwindet. Und Picknick bei Windstärke 100 ist auch keine gute Idee. Trotzdem: Der Blick ist einfach wunderwunderschön und man ist hier sogar fast für sich allein.

Der Stadtteil Sitio auf dem Berg ist wunderschön

Stadtteil Sitio auf dem Berg, Nazaré Portugal

Der Stadtteil Sitio ist wunderschön

Ausblick von Sitio auf Nazaré am Atlantik in Portugal

Ausblick vom Stadtteil Sitio auf Nazaré

Ausblick von Sitio auf die andere Seite von Nazaré, an Portugals Westküste

Ausblick auf die andere, ursprüngliche Atlantikseite

Sonnenuntergang über Nazaré

Sonnenuntergang über Nazaré

Nazaré – das Fazit einer kurzen Reise

Also, letztlich verbrachten wir hier vier entspannte Tage, erholten uns und düsten weiter nach Porto. Wir würden hier wirklich nochmal herkommen, in einer Unterkunft abseits der Strandpromenade übernachten und das portugiesische Urlaubsgefühl in vollen Zügen genießen.

Strand von Nazaré, Westküste Portugal

Strand von Nazaré, ohne Touristen

Meine Buch-Tipps für eine Portugal-Reise

Portugal-Reiseführer mal anders:

Tolles Buch für eine Portugalrundreise: 111 Gründe, Portugal zu liebenDieses Buch habe ich im wahrsten Sinne des Wortes gefressen: 111 Gründe, Portugal zu lieben ist eher eine Liebeserklärung an Portugal, mit superviel Herzblut geschrieben und vielen, vielen Insidertipps – natürlich auch für Lissabon.

Ich hatte es ständig dabei …

Affiliate-Link: Hier bei Amazon bestellen.

Schmöker-Tipp für einen Lissabon Kurztrip

Buch-Tipp Lissabon: Die Nacht von LissabonFür alle, die während des Urlaubs auch gern ein Buch lesen, das in der Stadt oder in dem Land spielt, wo ihr euch gerade befindet, empfehle ich “Die Nacht von Lissabon” – ein toller Klassiker: “Portugal 1942 – letzter Fluchtpunkt im von den Nazis besetzten Europa. Im Hafen von Lissabon starrt ein Mann auf ein Schiff, das für ihn die Rettung sein könnte – doch er besitzt weder Geld noch Visa. Da bietet ihm ein Unbekannter zwei Schiffspassagen an, unter einer Bedingung: Er will ihm in dieser Nacht die Geschichte seines Lebens erzählen…” 

Affiliate-Link: Hier bei Amazon bestellen.

 

Ihr seid noch auf der Suche nach der besten Kreditkarte für eure Reise?

Ich reise nun schon seit 5 Jahren mit der DKB-Kreditkarte und wurde niemals enttäuscht. Ihr könnt überall kostenlos Bargeld abheben.Hier könnt ihr euer DKB-Konto eröffnen und gleichzeitig Ferndurst sponsern, denn wir kriegen dafür eine Provision und danken euch dafür sehr!

Erfahre mehr über meine Portugal-Reise:

 

Kategorie INSPIRATION, Nazaré

Ich bin chronisch ferndurstig, lasse mich gern treiben, und liebe es, ein Land langsam und intensiv zu bereisen – und das Glücksgefühl, das ich habe, wenn ein Ort mich in seinen Bann zieht. Seit Dezember 2016 heißt es: Vollzeitreisen. Ich habe meinen Traum in die Tat umgesetzt und bin mit meinem Freund auf Weltreise gegangen. Jetzt lebe und arbeite ich überall auf der Welt, aber am liebsten in Hamburch, Bali und Thailand. :) Mein neuer Blog: www.soulflake.de mit Texten über die Freiheit, mehr wir selbst zu sein. Mein erstes E-Book: www.blog-wings.de (Blog erstellen leicht gemacht)

5 Kommentare

  1. Lother Eva

    Hallo!
    Wir interressieren uns auch für Portugal! Durch Zufall bin ich auf Ihren Reisebericht gestoßen! Ich hätte mal eine Frage: Wielange fährt man von Lissabon nach Nazaré mit dem Bus? Sind Sie dann mit dem Zug weiter nach Porto gefahren? Und haben Sie in Pinaho übernachtet? Vielen Dank!!

    MfG Eva

    • Liebe Eva, man fährt knapp 2 Stunden mit dem Bus von Lissabon nach Nazaré. Wir sind dann auch nach Porto weiter mit dem Bus gefahren – hierüber haben wir alles gebucht: http://www.rede-expressos.pt/default.aspx In Pinhao haben wir nicht übernachtet, würde ich aber das nächste Mal auf jeden Fall machen. Ist wunderschön dort. Viele Grüße und viel Spaß, Sina

      • Lother Eva

        Vielen Dank Sina! Wir haben jetzt gebucht! In Pinhao sind wir jetzt 3 Nächte. Ich freue mich schon drauf und jetzt geht es an die Planung.
        LG Eva

  2. Liebe Sina, wir kommen gerade wieder aus Nazaré zurück – und da freue ich mich, Deinen schönen Bericht zu lesen. Auch bei mir wird´s bald wieder was geben. Sobald ich mich sortiert bzw. meinen saudade-Trennungsschmerz überwunden habe. Portugal ist einfach wunderbar!

    • Liebe Bärbel, lieben Dank für deinen netten Kommentar! :) Jaaaa, nach Portugal möchte ich auch ganz bald wieder. Freue mich auf deinen Bericht! LG Sina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.