Unsere Reisefotografie Tipps und unsere liebste Reisekamera

Besondere Augenblicke, die ich nicht loslassen will, bezeichne ich gern als Schraubglasmomente. Weil ich die Gefühle, die Umgebung, die ganze Magie am liebsten in ein Einmachglas packen würde. Für später, für immer. Wir haben zwar keine Einmachgläser für euch, aber zumindest ein paar  kreative Reisefotografie Tipps. Vielleicht helfen sie euch, eure Erlebnisse auf Reisen gut festzuhalten.

Manchmal kann ein Foto ein Erlebnis oder ein Gefühl gut transportieren, wenn du es betrachtest. Damit deine Lieblingsmomente richtig gut zur Geltung kommen, du all die Details & Besonderheiten aufspürst und das Licht am besten einfängst, verraten wir dir unsere 11 besten Tipps zur Reisefotografie. Am Ende zeigen wir, mit welcher Kamera wir unsere Fotos machen (hier geht´s direkt zu unserer Reisefotografie Ausrüstung).

Westaustralien Route Roadtrip Highlight Conto´s Beach im Süden bei Margarete River

Ein Allrounder in der Reisefotografie Ausrüstung: Ein Reisezoomobjektiv für weite Landschaften.

[Kleine Anmerkung: Wir sind keine Fotografen. Lieben es aber, Fotos zu machen. All die Fotogografie Tipps und Ideen in dem Artikel folgen unseren subjektiven „Regeln“, die wir selbst mehr oder weniger beherzigen. Wenn du unsere Fotos also magst, kannst du dich von unseren Tipps inspirieren lassen. Orientiere dich an unseren Ideen oder auch nicht! Wir möchten dich dazu ermutigen, zu experementieren, und das zu tun, was dir gefällt. Und, wenn du noch nicht weißt, was genau dir bei der Reisefotografie wichtig ist, sei kreativ und öffne deine Augen! Für das Schöne, Ungewöhnliche, Kontrastreiche, Umwerfende … egal! Knipse ALLES, was dir vor die Linse kommt.]

Reisefotografie Tipps – #1 Die Ich-Perspektive hervorheben

Du hast in der Fußgängerzone den Musikern gelauscht und vor dir standen vielleicht noch andere Menschen? Versuche nicht nur die Künstler so gut es geht einzufangen, sondern nehme ruhig die „störenden“ Menschen, die vor dir stehen, mit aufs Bild. So wird die Szene später viel lebendiger. Der Betrachter des Bildes wird das Gefühl haben, vor Ort zu sein.

Wenn die Blende weit geöffnet ist, erzeugst du eine große Tiefenunschärfe. Je nachdem, was du fokussiert, wird entweder der Vordergrund oder Hintergrund scharf. In dem Fall sind die Musiker weiter hinten fokussiert und scharf, die Personen direkt vor der Kamera (nur minimal angeschnitten) verschwimmen:

Barcelona in 2 Tagen:

Tipps zur Reisefotografie: Streetphotography so authentisch wie möglich

Es lohnt sich auch, die Aussicht auf wunderschöne Naturlandschaften nicht nur als „perfektes Postkartenmotiv“ festzuhalten, sondern auch hier wieder die Perspektive des Betrachters einzunehmen.

Ein verschwommenes Objekt, das die Sicht des Betrachters hervorhebt und das eigentliche Motiv etwas versperrt, verleiht dem Bild außerdem mehr Tiefe.

Roadtrip durch Westaustralien:

Reisefotografie Tipps – #2 Das Unperfekte festhalten

Suche nicht nur nach dem perfekten und schönstem Motiv bei deinen Reisen. Vielleicht schaffst du es, aus etwas vermeintlich Störendem etwas Ansprechendes zu schaffen. Oder du dokumentierst einfach, was du siehst – ohne dass es wirklich schön ist.

Wenn man mal auf Linien achtet, sieht man plötzlich überall welche: horizontale, vertikale, diagonale … In Barcelona zum Beispiel, versuchte ich den Kran links im Bild genau aus der unteren Ecke kommen zu lassen und den rechten Kran in die rechte Ecke zu manövrieren. So waren die „häßlichen“ Kräne plötzlich Teil des Kunstwerks.

Barcelona in 2 Tagen:

Reisefotografie Tipps - mit Linien spielen

Reisefotografie Tipps – #3 Authentische Portraits aufnehmen

Wenn dir jemand eine Kamera vors Gesicht hält, kann es schon einmal vorkommen, dass das Lächeln, das du dabei aufsetzt genauso wirkt – aufgesetzt.

Manchmal will es nicht gelingen, die Person, die du fotografieren willst, in einem unbeobachteten Moment zu erwischen. Oder sie ist zu schüchtern vor der Kamera. Gib ihr dann eine Aufgabe. Wenn sie beschäftigt ist, wird sie die Kamera eher vergessen. (Als ich schwanger war, wollte ich gern natürliche Fotos von mir, meinem Freund und meinem dicken Bauch. Vor der Kamera einer lieben Freundin waren wir aber etwas versteinert. So hat sie den Neffen meines Freundes dazu geholt, den wir dann bespaßten – und schon waren wir viel lockerer.)

Authentische Portraifotografie Tipps - im unbeobachteten Moment knipsen

Hier ohne Dickbauch, dafür mit konzentriertem Blick. Schön abgelenkt.

Reisefotografie Tipps – #4 Die Lichtquelle nutzen

Wo kommt das Licht her? Positioniere die Person, die du portraitieren möchtest so, dass das Licht direkt ins Gesicht fällt. Das ist einer der Reisefotografie Tipps, der nicht so einfach zu beherzigen ist. Vor allem, wenn du spontan und ungestellt fotografieren willst. Deswegen: Schaue dich zuerst um, und finde heraus, wo gute Lichtverhältnisse herrschen. Lauere dann auf ein schönes Motiv. Mit Glück und stets einem offenen Auge findest du bestimmt eins.

Es gibt teilweise „Portraitobjektive*“ (Objektive ohne Zoom, dafür mit sehr weiter Blende, so dass viel Licht auf die Linse kommt, und der Hintergrund stark verschwimmt), die gebraucht recht günstig zu bekommen sind. Sogar alte analoge Objektive können mit neuen Digitalkameras kombiniert werden! Generell gilt es bei Portraitaufnahmen, nicht zu nah an die Person zu kommen, da sonst das Gesicht verzerrt wird.

Beautiful Laos – Backpacking Route:

Reisefotografie Tipps – #5 Details mit Totalen kombinieren

Der Blick durch die Linse erleichtert es uns, Details ausfindig zu machen. Und das ist auch so spannend beim Reisen: Kaum berührt man fremden Boden unter den Füßen, nimmt man die Welt irgendwie anders wahr. Irgendwie intensiver. Selbst der Einkauf im Supermarkt ist spannender als zu Hause, weil es vielleicht ganz anders riecht oder es hier ganz andere Produkte gibt. Die Details fallen uns mehr ins Auge.

reisefotografie Tipps: Makroaufnahmen vom Schmetterling

Die Makrofotografie ermöglicht es u.a. in die Welt der Insekten einzutauchen.

Mache nicht nur Detailaufnahmen sondern nimm auch einen weiten Bildausschnitt ins Visier. Du kannst später eine kleine Reihe zusammenstellen, in der sich die Details mit Totalen oder Halbtotalen abwechseln. So wird die eingefangene Situation viel besser wiedergegeben.

Ein Sommertag in Polen:

Möchtest du kleine Objekte bildfüllend fotografieren? Stelle die Makrofunktion in deiner Kamera ein. So kannst du ganz besonders nah an das Objekt kommen. Der Hintergrund wird unscharf, dafür wird dein Hauptmotiv scharf und gelangt so in den Fokus. Manuelle Einstellung: Blende weit öffnen!

Reisefotografie Tipps – #6 Goldener Schnitt

Wenn man die Regel des goldenen Schnitts beachtet (ganz grob wird das Objekt auf dem Bild nicht mittig, sondern eher im linken oder rechten Drittel oder eher im oberen oder unteren Drittel platziert), schafft man ein Motiv, das angenehm ist für das Auge.

Du musst nicht immer versuchen, krampfhaft alle Objekte im Goldenen Schnitt zu treffen! Wenn man einen etwas größeren Ausschnitt des gewählten Objekts fotografiert, kann man auch später das Bild so beschneiden, dass es passt! Der goldene Schnitt ist ein oft verwendetes Gestaltungsprinzip, das man auch in der Natur wiederfindet. Das heißt aber nicht, dass es „verboten“ ist, etwas mittig auszurichten. Mach, was DIR gefällt!

Reisefotografie Tipps - Goldenen Schnitt beachten

Roadtrip durch Westaustralien:

Reisefotografie Tipps – #7 Auf einen geraden Horizont achten

Auf einen geraden Horizont zu achten, scheint vielleicht nicht zu den innovativsten Reisefotografie Tipps zu gehören. Großes ABER: der Horizont kann wirklich schnell schief geraten! Wenn er mal schräg wirkt, weil er tatsächlich gekrümmt ist, orientiere dich an vertikalen Linien – das kann z.B. ein Baum, oder ein Turm sein. Wenn dieses Objekt dann richtig ausgerichtet ist, bist du auf der sicheren Seite, dass dein Motiv gerade ist und nicht untergeht wie die Titanic. (Das gilt aber nur, wenn du nicht direkt vor dem vertikalen Objekt stehst!)

Auch hier gilt – lieber einen größeren Ausschnitt wählen, dann kann im Nachinein das Foto gegebenenfalls begradigt werden.

Reisefotografie Tipps: Immer schön auf einen geraden Horizont achten

Eine Reise nach Porto:

Einer der simplen Fotografie Tipps - Horizont gerade halten

Reisefotografie Tipps – #8 Licht bei Dämmerung nutzen

Vor allem beim Besteigen von Aussichtspunkten sollte man sich überlegen, wann man es tut. Kannst du es einrichten, das Licht der aufgehenden Sonne einzufangen, oder bei Sonnenuntergang Fotos zu machen? Das ist einer der Reisefotografie Tipps, der nur ein bisschen Planung benötigt. Dafür wirst du mit wundervollen Farben belohnt.

Besonders die Stunde vor dem Sonnenuntergang ist für Fotos sehr gut geeignet. Da die Sonne in dieser Zeit sehr flach steht und Blautöne von der Atmosphäre gefiltert werden, wirft sie ein weicheres, wärmeres, fast indirektes Licht. Man nennt diese Stunde daher auch Goldene Stunde. Sie wird auch oft für Portraits genutzt.

Weltreise Highlights Thailand und Laos:

Laos Backpacking Route: Schönster Moment in Houay Xai

Sprachlos im Tiger Cave Tempel (Thailand):

Tiger Cave Tempel bei Krabi

Reisefotografie Tipps – #9 Bewegte Objekte mit der Kamera verfolgen

Ein schöner Effekt ist es, wenn ein bewegtes Objekt scharf abgebildet wird, während der Hintergrund verschwimmt.

Folge dazu dem sich bewegendem Objekt mit der Kamera und löse das Bild in der Bewegung aus. Das klappt nicht immer sofort, aber mit etwas Übung gelingt es bestimmt. Die Bewegungsunschärfe hängt von der Belichtungszeit ab: Die Zeit sollte lang sein, damit so viel Bewegung eingefangen werden kann, wie möglich.

Istanbul mit Gefühl erleben:

Objekt im Bild Einfrieren - hier auf meiner Reise in Istanbul

Reisefotografie Tipps – #10 Sonnenuntergang mal anders

Einen Sonnenuntergang zu fotografieren kann schnell mal etwas kitschig wirken. Mit der Langzeitbelichtung kannst du einen „Geistereffekt“ zaubern. Da musst du rumprobieren – je nachdem wie hell oder dunkel es ist, stellst du die Belichtungszeit auf etwas länger ein – z.B. 10 Sekunden. In der Zeit können die Personen, die mehrfach im Bild auftauchen sollen, verschiedene Positionen einnehmen.

Je dunkler es ist, desto länger muss die Belichtungszeit eingestellt werden. Die Blende darf aber nicht zu offen sein, sonst ist das Bild zu hell und man erkennt am Ende gar nichts.

Insel Ko Tarutao – Geheimtipp Thailand:

Geistereffekt als Tipps zum Fotografieren vom Sonnenuntergang

Reisefotografie Tipps – #11 Wie die Bilder im Dunkeln weniger verwackeln

Nachts ist es super schwierig freihändig, gute, nicht verwischte Bilder zu machen. Warum? Weil ja kaum Licht da ist und sich die Belichtungszeit dadurch verlängert. Das heißt, dass in der Zeit, in der du das Foto auslöst, mehr Bewegungen aufgenommen werden.

  1. Versuche die Belichtungszeit so kurz wie möglich zu halten. Aber nicht zu kurz, sonst wird das Bild zu dunkel.
  2. Damit das Foto heller wird, kannst du zudem den ISO-Wert höher stellen. Je höher der ISO allerdings ist, desto mehr „rauscht“ das Bild (je nachdem was für eine Kamera ihr habt, wird es mehr oder weniger rauschen).
  3. Stelle die Kamera auf einen festen Untergrund (wenn du kein Stativ hast).
  4. Benutze einen Fernauslöser (Fernauslöser von Nikon* oder Canon*), damit die Kamera nicht wackelt, wenn du das Foto machst. So ein Fernauslöser ist ziemlich günstig, praktisch klein und wirkt Wunder. Auch sehr geeignet bei Selfies ;))
  5. Wenn du keinen Fernauslöser zur Hand hast: Löse das Foto beim Ausatmen aus.

Reisefotografie Tipps: Fotografieren im Dunkeln

Reisefotografie Ausrüstung – Unsere Kamera & die richtigen Objektive

Wir (mein Freund und ich), als auch Sina (und ihr Freund) benutzen eine Spiegelreflexkamera auf unseren Reisen. Wir nehmen die Einstellungen manuell vor. So können wir das meiste selbst bestimmen. Die Helligkeit zum Beispiel, oder ob das Bild komplett scharf sein oder mehr Tiefe bekommen soll. Letzters ist besonders bei Portraits und Details wichtig! Bei Landschaftsaufnahmen müssen die tollen Farben natürlich gut eingefangen werden und das kann das gute Teil:

  1. Unser abosluter Kamera Favorit ist die Canon EOS 700D*. Toll ist das Schwenkdisplay, das super geeignet ist für „akrobatischere“ Aufnahmen, wenn du die Kamera nicht direkt auf Augenhöhe, sondern in Bodennähe oder in die Höhe hältst.
    Die Canon 700d ist unsere Reisekamera
  2. Zu unserer Reisefotografie Ausrüstung gehört auf jeden Fall ein Reisezoomobjektiv (Sigma 18-250)* Es ist quasi ein Allrounder, mit dem du Objekte aus der Ferne fotografieren kannst. Dabei kannst du entweder Landschaften in der Totale einfangen, wie ganz oben im Bild vom weiten Meer. Oder du zoomst auf ein Objekt, so dass du dein Motiv nah vor dir hast (in dem Fall könnten es die Surfer auf den Wellen sein). Du kannst das Reisezoomobjektiv aber auch für Portraits nutzen. Damit der Hintergrund unscharf wird, entferne dich ein Stück von der Person, und zoome dann auf das Gesicht. So wie hier:
  3. Als zweites Objektiv haben wir immer ein kleines Portraitobjektiv (Canon EF 50mm*) dabei. Eins, das lichtstark ist (= die Blende lässt sich weit öffnen). Auch bei wenig Licht können mit diesem Objektiv gute Bilder gemacht werden. Außerdem verschwimmt der Hintergrund besonders stark, wenn die Blende weit geöffnet ist.

Hast du mehr Reisefotografie Tipps für uns?

Worauf achtest du beim Fotografieren auf Reisen? Wir freuen uns über jeden Tipp! Hinterlasse uns gerne einen Kommentar.

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