Sansibar Reisebericht – Jambooo, Paradies!

2 Wochen reiste ich mit dem Rucksack durch Sansibar, sah wunderbare Strände, leuchtendes Wasser und kunterbunte Fische. Vor allem aber habe ich die Menschen und ihre Leichtigkeit in mein Herz geschlossen. Von alldem möchte ich euch heute in meinem Sansibar Reisebericht erzählen.

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Alles zu Sansibar auf Ferndurst.

Sansibar Rundreise Tipps - wunderschöner Strand im authentischen Matemwe

Da ich beim Schreiben meines Sansibar Reiseberichtes kein Ende gefunden habe, habe ich den Beitrag in Kapitel aufgeteilt. Ihr müsst also nicht alles lesen! Überall im Sansibar Reisebericht findet ihr – wie immer – auch meine Insidertipps.

Hakuna Matata! Vom Leben auf Sansibar

Hakuna Matata sangen einst Timon und Pumbaa im Film König der Löwen. Wer kennt das Lied nicht, vom Erdmännchen und Warzenschwein, die keine Sorgen kennen und sich die Leichtigkeit zur Lebensphilosophie machen.

Hakuna Matata ist Swahili, die Landessprache Sansibars, und heißt übersetzt soviel wie „Es gibt keine Probleme“. Es ist das Mantra vieler Bewohner auf Sansibar, schwingt bei jeder Begrüßung mit im Satz, dabei gäbe es genügend Gründe, das Leben nicht mit so viel Leichtigkeit zu nehmen.

Der Lebensstandard auf Sansibar ist nicht vergleichbar mit dem auf Bali oder in Thailand. Die meisten Menschen in den kleineren Dörfern leben in Steinhäusern, ohne fließendes Wasser oder Strom. Supermärkte oder Essensstände gibt es selten, oft nur einen kleinen Kiosk, der sich in einem Steingemäuer versteckt. (Das macht es für Backpacker auch schwieriger, lokal zu essen und sich selbst zu versorgen. Generelle Tipps für Backpacking in Sansibar gibt´s hier.)

Überall stehen kleine Grüppchen von Ziegen, Kühen und Hühnern, sie laufen durch die Gassen, durch die Häuser, die oft keine richtigen Türen oder Fenster haben. Kinder jagen sich über die trockenen Wege, wo der Staub die Luft ganz neblig macht.

Herzlichkeit und Offenheit

Von überall tönte es freudig „Jambo“ (Hallo), als wir durch die Straßen der Dörfer spazierten. Kinder rasten mit Fahrrädern über die Wege, Männer machten es sich unter Bäumen oder in überdachten Ruinen gemütlich, viele Frauen saßen in Grüppchen im Schatten oder wuschen ihre bunten Gewänder in großen Waschschüsseln am Boden. Nur zur Gebetszeit waren die Straßen leer.

Viele der Menschen auf Sansibar besitzen wenig. Und trotzdem hatte ich den Eindruck, dass sie sehr viel geben, für ihre Familie, für ihre Gemeinschaft. Und sogar für uns.

Unser Schnorchelguide, mit dem wir das Mnemba Atoll erkundeten (sehr zu empfehlen! – siehe Bericht Matemwe), lud uns nach der Tour zum Essen zu sich nach Hause ein. Stolz zeigte er uns den Fischmarkt, die Häuser seiner Nachbarn, den Kiosk, die Schule … Kinder liefen uns nach, lachten, einige schauten uns skeptisch hinterher. Spazieren wohl nicht viele Touris durchs Dorf …

Angekommen am Haus stellte er uns seine Familie vor. Ich weiß nicht, wie begeistert seine Frau davon war, dass wir mitessen würden. Doch unser Guide tat keinen Zweifel daran, dass er uns gern bei sich hatte. Am Ende bekamen wir von der Familie nicht viel mit: Unser Gastgeber setzte sich mit uns in einem kahlen Raum auf den Boden, alle anderen versammelten sich im Hof. Immer mehr Leute kamen vorbei, begrüßten uns oder schauten nur schüchtern, schlenderten durch den offenen Raum, in dem wir saßen, raus auf den Hinterhof, wieder rein, wieder raus. Die Hühner taten es ihnen gleich und dackelten hintereinanderweg. In die Ecke legte ein Huhn ein Ei.

Seine Frau brachte uns einen großen Topf Reis und eine kleine Schüssel mit Fischsuppe. Gegessen wurde mit Fingern. Puh. Mein Magen grummelte. Da musste ich jetzt durch. Hand rein in den Reis, Fingerkuppen verbrannt, rein in den Mund, Zunge verbrannt. Trotzdem sehr lecker. Unser Gastgeber strahlte über beide Ohren, schob uns immer wieder den Teller mit Fischsuppe zu und nahm sich nur trockenen Reis. Den Gästen nur das Beste. Unser Herz hüpfte. Vor Respekt und Dankbarkeit für diese Gastfreundlichkeit. Ich gab der Familie ein bisschen Geld, obwohl sie das nicht wollten.

Sansibar und sein Ozean – Schmuck und Einkommen

Das Leben vieler Menschen auf Sansibar spielt sich größtenteils am Ozean ab, der in weißen und türkisen Streifen bis zum Horizont funkelt. Frauen ernten bei Ebbe das Seegras, das fast überall im seichten Wasser angebaut wird, oder sie fischen in Gruppen am Ufer nach kleinem Meeresgetier. Die Männer werkeln tagsüber an ihren Dhows (Fischerbooten) und machen sie fit für das nächtliche Angeln.

Sobald die Sonne nicht mehr so stark vom Himmel brennt, wird es voll auf dem weißen Sand. Kinder spielen Fußball oder springen Seil, die Männer hissen ihre Segel und fahren raus aufs Meer. Touristen sieht man in den meisten Orten wenige, jedenfalls im Oktober. (Beste Reisezeit für eine Sansibar-Rundreise)

Nur in Nungwi West oder Paje gibt es vergleichsweise mehr Urlauber (was immer noch wenig ist), und deshalb auch mehr „Beachboys“, wie die Verkäufer am Strand genannt werden. Ich mag den Namen irgendwie nicht. Im Prinzip waren sie alle nett zu uns, manchmal nervig, aber freundlich. Kaufen solltet ihr bei ihnen trotzdem nicht unbedingt etwas. (Mehr zum Thema Sicherheit)

Sonniges Urlaubsgefühl mit Schatten

Die Palme wachsen dicht an dicht rund um die vielen Resorts am Indischen Ozean, als wäre die Natur nur für sie reserviert und nicht für die Dörfer, die sich steinig in die Länge ziehen. Die massigen Gebäude der Hotelbesitzer stehen am Ozean, eingezäunt durch dichte Mauern. Auf ihnen prangen Schilder mit geschwungener Aufschrift wie „Sultans Palace“. Die Kuppeln glänzen golden.

Das Geld der Touristen kommt nicht wirklich bei den Bewohnern Sansibars an, so viel steht fest. Wir waren deshalb sehr froh, dass wir viele Unterkünfte über AirBnB gebucht haben, und bei Einheimischen oder Backpackern lebten, die das Geld besser verteilen. Hoffentlich.

Dorf Matemwe auf Sansibar - Backpacking-Tipp

Die Menschen aus Sansibar, die wir kennen lernen durften, sind fröhlich und wissbegierig. Sie sprechen sehr gut Englisch und teilweise sogar Deutsch. Sie leben vor, wie man jeden Tag genießt, auch wenn man nicht viel besitzt, wie man mit offenen Augen und Herzen durch die Welt geht.

Things go pole pole (langsam, langsam) in Sansibar, hört man an jeder Ecke. Das stimmt, hier geht es entspannt zu. Das macht diese Insel und ihre Menschen so viel liebenswürdiger, als es ein Streben nach Produktivität und Effizienz je tun könnten. Diese Atmosphäre durfte ich für 2 Wochen kennen lernen. Sie ist wie Blut durch meine Adern gesickert und hat mich so entspannt, wie es kein Ort bislang geschafft hat (außer vielleicht Koh Lanta).

Wer dafür offen ist, wird auf dieser Trauminsel im Indischen Ozean Glücksgefühle erleben. Und gleichzeitig den Menschen, die auf Sansibar leben, etwas Gutes tun. 

Sansibar Rundreise - Paje Strand


Unsere Sansibar-Route im Überblick

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Sansibar Rundreise - Unsere Route

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3 Nächte in Nungwi: -5.725856, 39.298568
2 Nächte in Matemwe: -5.875907, 39.351100
3 Nächte in Paje: -6.265862, 39.534290
2 Nächte in Michamwi Kae: -6.144790, 39.494850
3 Nächte in Stone Town: -6.162222, 39.192073
Tagesausflug Chumbe Island (Marine National Park): -6.278765, 39.177449
Tagesausflug - schnorcheln Mnemba Atoll: -5.820498, 39.383505
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3 Nächte in Nungwi
Nungwi, Unguja Kaskazini, Tansania
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2 Nächte in Matemwe
Matemwe, Unguja Kaskazini, Tansania
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3 Nächte in Paje
Paje, Unguja Kusini, Tansania
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2 Nächte in Michamwi Kae
Michamvi Kae, Unguja Kusini, Tansania
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3 Nächte in Stone Town
Stone Town, Zanzibar Town, Unguja Mjini Magharibi, Tansania
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Tagesausflug Chumbe Island (Marine National Park)
Chumbe Island
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Tagesausflug - schnorcheln Mnemba Atoll
Mnemba Island

Nungwi East: Ein Ort zum Ankommen

Nungwi liegt nur knapp eine Stunde von Stone Town (Flughafen) entfernt im Norden von Sansibar. Wir haben hier unsere Rundreise gestartet – eine gute Entscheidung! Ich würde immer wieder nach Nungwi East fahren, Nungwi West hingegen hat mir nicht so gut gefallen – zu viele Resorts, Touristen, Strandhändler … In Nungwi East gibt es chillige AirBnBs, Backpacker-Strandbars, kaum große Resorts, nur ganz viel Ruhe, entspannte Leute und ein authentisches Miteinander von Backpackern und Einheimischen. UND: Die schönste Traumstrand-Kulisse von ganz Sansibar!

Meine Tage in Nungwi East:

Mit dem Taxi fuhren wir durch die Vororte von Stone Town, rein ins dichte Grün der Insel. Die Luft roch nach Tropen und verbranntem Müll, das ich zunächst mit dem Duft von Räucherstäbchen verwechselte. Abdullah, unser Gastgeber, wartete schon auf uns im Mwana House, seinem kleinen Guesthouse in Nungwi East – dem ruhigen Teil des Dorfes, das anders als Nungwi West noch vom Massentourismus verschont geblieben ist.

Mwana House in Nungwi - Backpacking-Unterkunft für eine Sansibar-RundreiseAbdullah war ein wunderbarer Gastgeber – schon deshalb würde ich das AirBnB jedem ans Herz legen (hier bekommt ihr übrigens einen Gutschein für eure erste AirBnB-Buchung von mir geschenkt). Er zeigte uns das Dorf, den Strand und holte uns einmal sogar nachts ab, als wir ein Bier zu viel getrunken hatten und uns im Dunkeln nicht allein nach Hause trauten (sollte man im Übrigen auch nicht machen, im Stockdunkeln allein nach Hause gehen).

Auch die Zimmer waren schön und komfortabel. Wir schliefen wie Babies, oft schon um 9 Uhr, bis zum nächsten Morgen – wie übrigens fast immer auf unserer Reise. Sansibar ist einfach Entschleunigung pur! Das AirBnB lag 5 Minuten vom Meer entfernt. Wir gingen durch einen kleinen Park, vorbei an Anitas Guesthouse, das man auch über AirBnB buchen kann.

Nungwi East und sein ruhiger, endloser Paradies-Strand

Schon von weitem konnten wir das hellblau schimmernde Wasser durch die dichten Palmen erkennen. Was für ein unfassbares Gefühl! Der Strand war strahlend weiß, das Wasser zog sich bis zum Korallenriff zurück, bildete einen Teppich aus weißen und hellblauen Streifen, durchsetzt von dunklen Flecken aus Seegras. In der Ferne funkelte alles türkis.

Alles war gleißend hell, die Sonne, das Meer, der Sand unter unseren Füßen. Nur mit zusammengekniffenen Augen konnten wir hier spazieren, bedeckt mit Tüchern, um uns vor der Hitze zu schützen. Unwirklich. Bis zum Schluss.

Ich liebe Backpacker-Strandbars!

Wenn man ca. 10 Minuten in Richtung Westseite spaziert, kommt irgendwann die Kajibange Bar, eine der wenigen Backpacking-Strandbars in Nungwi, in der man sich tagsüber mit nur wenigen Reisenden Hängematten und Bastliegen teilt, und zum Abend in chilliger Atmosphäre leckere Guacamole mit Chapati (gebackene Teigfladen, erinnert an eine Mischung aus Tortillas und Naan), gegrillte Calamari-Ringe und das eine oder andere Bier genießt. Unser Lieblingsplatz. Besonders, weil wir andere herzliche Backpacker kennen lernten, die ihren Wodka mit uns teilten. Aber das ist eine andere Geschichte. (Backpacking-Tipps für Sansibar)

Noch ein toller Ort mit mega relaxten Strandbars: Koh Lanta in Thailand

Strandbar Nungwi - Kajibange Bar - Backpacking Sansibar Tipp

Was kann man sonst so in Nungwi machen? Meine Tipps:

Genießen! Entspannen! Spazieren, bis zum Leuchtturm und wieder zurück. Und abends den Sonnenuntergang anschauen, währen die Fischer auf das Meer hinaussegeln. Auch das Aquarium in Nungwi East ist einen Besuch wert. Gegen einen kleinen Eintrittspreis besuchten wir die Farm, in der kleine Baby-Schildkröten aufgepeppelt werden und bekamen eine ausgiebige Führung durch die Anlage. Hier arbeiten auch übrigens viele Freiwillige, falls das etwas für euch wäre.

Günstig essen in Nungwi

Wer Lokales essen möchte, kann das im Zentrum des Dorfes tun, oder aber vor dem Mwana House, in „Cocos Café“. Nicht immer haben sie das Briani Massala da (Huhn mit Gewürzen, Gemüse und Spice Rice), aber wenn, dann schmeckt es umso besser. Genauso wie der frische Banana Cake. Nicht vergessen: Hakuna Matata, pole, pole (langsam, langsam). Und die Menschen freuen sich unheimlich, wenn ihr sie besucht.

Backpacking-Tipp Sansibar: Essen in Cocos Café in Nungwi East - Briani Massala


Matemwe: Entspannung pur!

Nach 3 Nächten in Nungwi ging es weiter nach Matemwe. Abdullah organisierte uns ein Taxi und wir fuhren eine halbe Stunde durch das Inselinnere (Kosten: ca. 20 Dollar) bis zum Dörfchen Matemwe.

Dieses lag etwas abseits von den kleinen Bungalowanlagen, in denen die Touristen wohnten. AirBnBs gab es hier keine, nur Hotels, aber keine Betonklötze, die den malerischen Stand einzäunten wie in Nungwi West, sondern nur ein paar authentische Guesthouses, keine 2 Etagen hoch, versteckt hinter meterhohen Palmen.

Mir gefiel es hier sofort. Auch, weil ich das Gefühl hatte, dass Touristen und Einheimische an diesem Ort gut miteinander lebten und nicht durch hohe Mauern getrennt waren. Besonders in unserem Hotel herrschte eine entspannte Atmosphäre.

Unser Hotel in Matemwe: Seles Bungalows

Wir wohnten im günstigsten Hotel Matemwes, den Seles Bungalows – Volltreffer! Ein absoluter Sansibar-Traum: Kleine Häuschen mit eigener Terrasse, wunderschöne Zimmer mit Himmelbetten, einem Garten voller Palmen und bunten Pflanzen, Duschen mit ordentlich Wasserdruck (selten auf Sansibar). Das war die knapp 80 Dollar pro Nacht und Zimmer inkl. Frühstück wert (Achtung: Bar bezahlen! – Mehr zum Thema Währung + Bezahlen auf Sansibar findet ihr hier). Die gegrillten Calamari im hoteleigenen Restaurant waren übrigens die besten, die wir auf unserer Sansibar-Rundreise gegessen haben.

Und besonders wichtig für mich: Ich hatte in dieser familiär geführten Unterkunft das Gefühl, dass das Geld auch wirklich bei den Menschen auf Sansibar, die hier arbeiten, ankommt!

Seles Bungalows Matemwe - tolle Unterkunft für Sansibar Rundreise

Der Strand von Matemwe:

Der Strand, der direkt an die Bungalows angrenzte, war strahlend weiß und so voller Puderzucker, dass ich meine Füße wieder und wieder darin vergraben musste. Touristen trafen wir hier nur wenige. Matemwe ist ein Ort zum Runterkommen, ein Achtsamkeitsplätzchen, das in jedem Ratgeber-Buch stehen müsste. Ich las kaum, starrte einfach nur auf diese wunderschöne Kulisse vor mir, döste hier und da mal ein, machte Yoga, weil ich mich vollkommen unbeachtet fühlte und schlief wieder ein. Ein Traum.

Schnorcheltrip ab Matemwe: Mnemba Island

Matemwe ist ideal, um das Mnemba Atoll zu erkunden, ein Schnorchel- und Tauchgebiet, das sich rund um die private Luxus-Insel Mnemba Island ausbreitet. Für 25 Dollar pro Nase fuhren wir nur zu zweit (!) mit zwei Guides raus auf das Meer, schnorchelten durch die vollständig intakten Korallenriffe, sahen große, leuchtende Seesterne und ganze Schwärme aus bunten Fischen, während die Taucher unter uns die Meereswelt erkundeten.

Tipp: Diese Tour wird auch ab Nungwi für ca. 20 Dollar angeboten. Doch hier sind garantiert mehr Urlauber mit auf eurem Boot.

Unsere Guides erzählten uns viel über Sansibar, ihr Leben im Dorf. Einer von ihnen zeigte uns später noch den Fischmarkt und sein Zuhause. Davon könnt ihr weiter oben im Text mehr lesen: Hakuna Matata! Vom Leben auf Sansibar. Eine wunderbare und aufregende Erfahrung.

Und sonst so?

Nichts, wirklich nichts, keine Märkte, Strandbars oder „Beachboys“ – nur tiefste Entspannung und kultureller Input hautnah, wenn man mag. Und Skipbo-Abende in der Bungalow-Bar.

Matemwe und besonders die Seles Bungalows waren ein perfekter Ort, um uns für zwei Nächte mal so richtig zu entspannen und nette Sansibaris kennen zu lernen. Besonders empfehlenswert für Paare und Familien – eher weniger für Gruppen, die abends noch um die Häuser ziehen wollen.


Paje: Backpacking-Mekka und Kitesurfing-Hotspot

Weiter nach Paje: Nach diesen idyllischen 5 Tagen, die sich anfühlten wie Wochen, im positiven Sinn, kamen wir mittags in Paje an. Und waren überfordert. Der Ort ist für Backpacker ausgelegt, es gibt im Dorfkern sogar ein paar Garküchen, einen richtigen (kleinen) Supermarkt (!) und ein paar Stände mit Souvenirs, die penetrant angepriesen werden. Die kleinen Guesthouses und hübschen Bungalowanlagen liegen dicht an dicht zum Meer hin, ganz anders als in Matemwe oder Nungwi East.

Ich denke, wenn man Paje als erste Station besucht, wird man sich auf jeden Fall sehr wohlfühlen – ich musste mich erst einmal akklimatisieren. Hier war alles irgendwie so ungewohnt westlich, so trubelig – auch wenn maximal 30 Touristen gleichzeitig am weißen Strand lagen oder sich im Wasser an (oder sagt man auf?) ihren Kites versuchten. Also nicht falsch verstehen: Hier ist es immer noch seeehr paradiesisch! Der Beweis:

Schönste Strände auf Sansibar: Paje bei Ebbe

Wie wunderschön kann Ebbe sein?

Kitesurfing in Paje auf Sansibar

In Paje wird gesurfed, was das Zeug hält. Wenn der Wind stimmt.

Unsere Hotel in Paje:

Backpacker-Unterkunft in Paje, Sansibar: Hakuna Shida Guesthouse AirBnBWir wohnten im Hakuna Shida Guesthouse, das wir über AirBnB gebucht hatten und freuten uns jeden Morgen über unseren kleinen Pool, der uns ein bisschen Abkühlung von der warmen Nacht bescherte. Die Zimmer waren wieder einmal sehr schön (eins der hinteren nehmen – die sind leiser), das Frühstück lecker (Obst, Toast, Ei und Kaffee, wie immer) und das Personal hilfreich und freundlich. Hier bekommt ihr einen Gutschein bei eurer ersten Buchung via AirBnB geschenkt. Tipp: Esst hier unbedingt die Guacamole mit Chapati – MEGA!

Unsere Tage in Paje – ein kleiner Sansibar-Reisebericht:

Gleich neben unserem Guesthouse befand sich das auf Sansibar berühmte Paje by Night, eine loungeartige Location unterm Sternenhimmel. Bei Dämmerung setzte sich die erschöpfte Kitesurfing-Horde in Bewegung und trank in gemütlicher Runde hier ihr Absackerbierchen, um in Anschluss auf einer der Parties, die fast jeden Abend in einer anderen Location stattfanden, ordentlich zu feiern. Nicht nur das Bier, auch die Pizza im Paje by Night war übrigens oberlecker.

In Paje kamen wir unglaublich schnell in Kontakt mit anderen Backpackern. Ich hatte das Gefühl, dass jeder Lust hatte, den anderen kennen zu lernen. Ein offenes Hallo, ein freundlicher Blick, und schon kam man ins Gespräch. Ab Tag 1 hatten wir eine bunt gemixte Clique. Das war schön!

Jeden Donnerstag richtet die etwas außerhalb von Paje gelegenen Demanis Backpacker Lodge eine ihrer legendären Parties aus. Wir fuhren gemeinsam hin, aßen für 10 Dollar vom local Buffet (vorher anmelden!), während wir der unsagbar guten Musik einer sansibarischen Band lauschten. Später wurden Bänke und Tische vom Strand geräumt und alle tanzten zu HipHop-Bässen unter dem glitzernden Himmel, mit den Zehen im Sand und 30 Grad auf der Haut. Die beste Party seit langem für mich! Ein Taxi brachte uns für 10.000 Schilling zurück zur Unterkunft.

Tipp: Bei Mr. Kahawa, direkt am Strand beim Paje by Night, bekommt man guten Salat und frischen Kaffee.

Spice Tour – auf Gewürz-Suche im Inselinneren

An einem Tag buchten wir eine Spice Tour (35 Dollar pro Kopf) und lernten nochmal eine ganz andere Facette der Insel kennen. Wir fuhren auf eine Gewürz-Farm in den Norden. Und anders als ich es mir vorgestellt hatte (Obstbäume in Reih und Glied), mutete die Plantage eher wie ein Dschungel an.

Ein Guide führte uns durch die Plantage, ein anderer brachte uns Zweige, Blätter und kleine Früchte, an denen wir riechen konnten, um Gewürze und Obst zu erraten. Kardamom, Zimt, Vanille, Orange, Ananas, Ingwer, Zitronengras … Es gab alles. Die Spice Farm machte ihrem Namen alle Ehre.

Als es anfing zu regnen, gab uns der Guide ein paar Palmenblätter, die wir als Regenschirm nutzen konnten. Wie kuhl! Aber ehrlich gesagt genossen wir die dicken Tropfen und die angenehmen Temperaturen, die der Sturzregen mit sich brachte. Nach ein paar Minuten war alles wieder beim Alten: Hitze!

Das Highlight: Am Ende bekamen wir ein frisch zubereitetes Essen aus sansibarischen Köstlichkeiten, wie Kochbananen mit Curry oder Pilau (Gewürzreis mit Kardamom, Zimt und Nelken), dazu eine frische Kokosnuss vom Baum. Und wieder waren wir fast die einzigen Touristen.

Und sonst so?

Wenn man für längere Zeit in Paje weilt, könnte man mit Taxi oder den öffentlichen Dala Dalas auch gut einen Abstecher in das Dorf Jambiani machen. Wir haben das leider nicht mehr geschafft, jedoch nur Gutes gehört: Ein authentisches Fleckchen.


Michamvi Kae: Mein absoluter Traum

Ja und dann kamen wir nach Michamvi, besser gesagt nach Pingwe, einem kleinen Dorf, das auf der Michamvi-Halbinsel liegt, ungefähr 20 Minuten von Paje entfernt. Wir fuhren dieses Mal mit dem Dala Dala, dem lokalen Bus, und sparten unfassbar viel Geld, zahlten 1.000 Schilling (50 Cent) anstatt 20.000 (10 Dollar)! Die Fahrt war sogar recht komfortabel, zwischen den Hühnern und den vielen Menschen, die sich in den Bus zwängten, obwohl wirklich absolut kein Sitzplatz mehr frei war. Am Ende saßen trotzdem alle. Fragt mich nicht, wie.

Auch wenn ich mich erst einmal an die stickige Luft und den rasanten Fahrstil gewöhnen musste, hatte ich schnell richtig Spaß und würde es deshalb auch jedem empfehlen. Wenn ich Angsthase das gut finde, dann gefällt es auch allen anderen Backpackern, die nach Sansibar reisen. :-)

– Pingwe –

Wir kamen in Pingwe an und fühlten uns sofort wohl. Hier war wieder alles sehr authentisch, vom ersten Augenblick. Ein Dorf aus Steinhäusern mit einem einzigen Kiosk, dahinter ein paar kleine Guesthouses, dazwischen viele, viele Tiere, freundliche Frauen und Kinder in bunten Kleidern. Ein freundlicher Mann führte uns zu den „Pweza Bungalows“, unserem AirBnB für die nächsten 2 Nächte. Hier bekommt ihr einen Gutschein für eure erste AirBnB-Buchung geschenkt

Wir waren sprachlos. Unsere kleinen Zimmer hatten eine süße Terrasse mit Blick auf den funkelnden Ozean, vom Bett aus konnten wir das Wasser sehen, die Palmen und spürten nachts eine wunderbar kühle Meeresbrise durch das offene Fenster. Dieser Ausblick, das gute Frühstück und der günstige Preis entschädigten für das doch recht heruntergekommene Backpacker-Zimmer, das trotzdem sauber war und alles hatte, was man brauchte. Nur die Tür zum Badezimmer fehlte, und Wasserdruck in der Dusche – naja und irgendwie auch die Klospülung. Aber wer braucht das schon, wenn er das Meer vor der Tür hat?

Sansibar Rundreise - wunderschöne Terrasse in Pingwe

Strand in Pingwe, Halbinsel Michamvi auf Sansibar

Was kann man in Pingwe machen?

Ähm nicht viel, außer den Sonnenaufgang beobachten, ein bisschen den Strand rauf- und runterlatschen und völlig überteuertes Essen in den zwei, drei Restaurants im Umkreis essen. Nichts für uns (also das teure Essen). Deshalb relaxten wir den restlichen Nachmittag auf unserer Terrasse (hach!), spielten mit unseren Katzenfreunden und fuhren gleich am nächsten Tag nach Michamvi Kae, 2 km von Pingwe entfernt. Ein echter Glücksgriff, wie sich herausstellte:

– Michamvi Kae-

Das Hauptdorf der Halbinsel heißt Michamvi Kae, liegt auf der Westseite inmitten von Mangroven und ist mit dem Dala Dala ab Pingwe zu erreichen (einfach an den Straßenrand stellen und Dala anhalten). Wir kamen in der Reggae-Bar Kae Zanland an und wurden direkt freundlich empfangen. Ich würde hier nächstes Mal auf jeden Fall wohnen wollen – sie haben ein paar komfortable Zimmer, auch buchbar über AirBnB.

Ein Mitarbeiter zeigte uns den kurzen Weg zum Strand. Dort nahm uns „Dutch Gola“ mit auf eine Mangroventour bei Ebbe. Der junge Mann war soooo Zucker, freundlich und auf angenehme Weise neugierig, er schlenderte unaufdringlich neben uns her und zeigte uns die Lieblingsstellen seines Postkarten-Wohnortes.

Die Landschaft ist in diesem Teil der Insel nochmal ganz anders, das intensive Grün der Mangroven bildet einen wunderschönen Kontrast zum weißen Sand und dem durchsichtigen Wasser, das bei Ebbe nur etwas weiter als knöchelhoch steht. Trotzdem ist es angenehm kühl.

Insidertipp: Fragt ruhig am Strand nach Dutch Gola und lasst euch von ihm durch die Mangroven führen. Am Ende könnt ihr ihm einfach etwas Trinkgeld geben. Mit seinem Onkel hat er direkt am Strand auch ein kleines Backpacker-Guesthouse aufgemacht, jedoch ohne Strom, dafür low-low-budget.

Als die Flut kam, gingen wir langsam zurück in die Strandbar, aßen zum Mittag und chillten in den Hängematten.

 

Schönster Strand auf Sansibar: Michamvi Kae

Sonnenuntergang in Michamvi Kae

Gegen 17 Uhr brachten wir wieder auf zum Strand und staunten nicht schlecht, als sich die schneeweiße Ebbelandschaft in ein Meeresparadies verwandelt hatte:

Eine Bucht, in der sich das weißblaue Wasser, wie ein Spiegel ausbreiten, in einer Farbe, die aussah, als würde man viel Deckweiß mit ein bisschen Blau vermischen. Der Ozean ergoss sich buchstäblich bis zum Horizont, glasklar, kühl. Der Sand war aus weißem Pulver, feiner als Mehl. Teddysand, der an Kindheit erinnert. Krebse huschten kreuz und quer über den Strand, hinter uns rauschte leise Raggeamusik und das fröhliche Durcheinandergeplapper von sansibarischen Familien, die es sich im Sand gemütlich gemacht hatten.

Zwischen den feinen Wolken blitzte es langsam orange. Die Sonne ging unter mit einer Explosion aus Farbe, die lila-rote Schleier auf Himmel und Wasser malte.

Sonnenuntergang Sansibar Michamvi Kae

Obwohl die beiden Dörfer Pingwe und Michamvi Kae nur 2 km trennen, liegen dazwischen Welten. In Michamvi Kae ist es anders, auch irgendwie anders als im Rest von Sansibar. Vielleicht war ich in gefühlsduseliger Stimmung, vielleicht war es wirklich so traumhaft, ein paradiesisches Märchen, das in dieser Bucht an Intensität gewann und irgendwie, zwischen Sonnenuntergang und Sternenhimmel, seinen Höhepunkt erreichte.


Stone Town: kulturträchtige Haupstadt

… auf die man sich einlassen muss. Hier schreibe ich demnächst einen eigenen Reisebericht. Ein paar Tipps findet ihr schon hier: Backpacking-Tipps Stone Town

Steffi vom Blog Welt der Chancen hat sich auf ihren Spaziergängen durch Stone Town gefilmt und gibt viele schöne Tipps: →Zum Video

Während der 3 Tage im wuseligen Stone Town erfüllten wir uns noch einen Traum: Es ging aufs Naturparadies Chumbe Island. Hier geht´s zum Bericht: Sansibar Geheimtipp: Chumbe Island Coral Park


Tipps & Tricks für deine Sansibar-Reise

  • Die beste Kreditkarte auf Reisen: Ich reise nun schon seit 5 Jahren mit der DKB-Kreditkarte und wurde niemals enttäuscht. Ihr könnt überall kostenlos Bargeld abheben. Hier könnt ihr euer DKB-Konto eröffnen und gleichzeitig Ferndurst sponsern, denn wir kriegen dafür eine Provision und danken euch dafür sehr!
  • Packliste für eine Tropenreise: Welche Medikamente braucht man, welche Dokumente und welche Klamotten sind wirklich nützlich auf einer Reise durch tropische Gefilde? Wir haben all unsere Tipps zusammengetrommelt: Backpack-Packliste Tropenreise.
  • Unterkünfte: Mal ganz davon abgesehen, dass es wunderbar authentisch ist, mit AirBnB zu verreisen, gibt es in punkto Sansibar noch einen Pluspunkt: Ihr könnt vorab mit PayPal zahlen, was super ist, da es auf der ganzen Insel nur in Stone Town Bankautomaten gibt. Mehr Infos zu meinen Unterkünfte: Backpacking-Sansibar
  • Sansibar Reiseplanung – Impfungen, Visum, Sicherheit & Co.

Das könnte dich auch interessieren:

→ Alles zu Sansibar auf Ferndurst.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel weiterhelfen und auf den Sansibar-Geschmack bringen. Ich freue mich über all eure Kommentare, weitere Tipps, Hinweise und auch, wenn ihr diesen Artikel mit euren Freunden teilt. Alles kann, nix muss. :-) Hakuna Matata, Sina

10 Kommentare

  1. Hallo liebe Sina,
    es macht so Spaß deinen Bericht zu lesen und ich freu mich pro Zeile immer noch mehr auf unseren Aufenthalt für ca 3 Wochen. Los gehts kurz nach Weihnachten. Yuhuuu.
    Toll, dass du hier alles zusammengetragen hast. Echt eine hilfreiche Quelle.
    Weißt du oder jemand der hier mit liest, ob über Weihnachten und Silvester die Hölle los sein wird ?
    Beste Grüße,
    Maike

    • Hi Maike,

      danke dir sehr :-) Und ich würde am liebsten gleich wieder mitfliegen!! Ich selbst weiß leider nicht, wie es dort Weihnachten ist. Im Oktober war wie gesagt überhaupt gar nichts los. Deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass Sansibar einfach noch nicht so touristenüberlaufen ist. Ich würde mich aber freuen, wenn du nach deiner Reise mal erzählst, wie du es empfunden hast.

      LG und ganz viel Spaß!! Sina

  2. Hi Sina!

    Super Blog!! Bin bei der Suche nach Zansibar-Tipps bei dir gelandet!! Echt sehr hilfreich und man kriegt nur noch mehr Lust darauf.
    Eine Frage hätte ich dann doch noch – an welchen Orten sollte man mehr Tage verbringen?

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Hi Jenny, also mein Highlight war ja Michamvi. Da hätte ich gut noch weitere Nächte bleiben können. Ist aber sehr ruhig dort – aber einfach wunderschön entspannt. :) Ich war überall mindestens 2 Nächte, eher 3. Das fand ich genau richtig!

      Ganz viel Spaß auf deiner Reise,
      Sina

  3. Dankeschön 😊 In Michamvi hab ich mir schon einmal sie Reggae Bar auf Airbnb angeschaut 😁

  4. Hallo Sina,
    Danke für den schönen Bericht. Für mich gehts auch nächsten Monat los. Darf ich fragen, wo ihr in Matemwe die Schnorchel-Tour gebucht habt?

    Viele Grüße,
    Andrea

  5. Hallo Sina, ich bin gerade am Überlegen, unseren Weihnachtsurlaub mit unserem kleinen Sohn auf Sansibar zu verbringen. Bin schon ganz kurz davor den Flug zu buchen. Und deine tollen Artikel und Bilder sind schuld daran ;-) Wie sind denn die Kosten da so? Was habt ihr am Tag so durchschnittlich ausgegeben? Essen? Unterkunft?

    • Hallo Gabriela, wie schön. Danke für das Kompliment. :) Also Sansibar ist nicht soo günstig – für die Unterkünfte haben wir ca. 40-60€ pro Doppelzimmer und Nacht bezahlt, und das waren die günstigsten Unterkünfte. Frühstück war meist mit dabei. Da es nicht viele Local-Essensmöglichkeiten gibt, ist man auf die Hotelrestaurants angewiesen. Ein Gericht kostet ab 5€, ist also schon mit deutschen Preisen vergleichbar. Getränke kosten auch ähnlich viel wie in Deutschland. Hier habe ich alles noch einmal aufgeschlüsselt: http://ferndurst.de/sansibar-rundreise-reiseplanung-tipps-tansania-afrika/#budget-sansibar-rundreise

      LG Sina

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