Bali auf eigene Faust: Insidertipps für eine Rundreise

4 Monate studierte ich auf Bali in der Hauptstadt Denpasar, wohnte in der Touristenhochburg Seminyak und turnte ständig zwischen Ernüchterung, Begeisterung und Halligalli hin und her. Im Mai 2017 besuchte ich Bali ein zweites Mal, war an ganz anderen Orten, mit ganz anderen Augen, und war völlig hin und weg. Für euch habe ich meine besten Insidertipps für eine Rundreise zusammengefasst – für alle, die Bali auf eigene Faust erkunden wollen.

Bali auf eigene Faust: Tauchstation Tulamben

Bali auf eigene Faust? Woran ihr VOR eurer Rundreise denken solltet:

Eine Reise nach Bali ist ein kleines Abenteuer, wenn man als Backpacker unterwegs ist. Mit diesen Insidertipps bist du super vorbereitet:

  • Geht ins Impfcentrum/Tropeninstitut und frischt eure Impfungen auf. Der Arzt kann euch genau darüber informieren, welche Impfungen wirklich wichtig sind. Der Hausarzt hat das oft nicht so richtig auf dem Schirm – so unsere Erfahrung.
  • Schließt eine Reise-Krankenversicherung ab und achtet darauf, dass sie auch für die Dauer eurer Reise gültig ist. Das ist sehr wichtig, denn Arztkosten können in die Höhe schnellen (Tipp am Rande: Niemals das Leitungswasser trinken!!). Solltet ihr nämlich länger als 56 Tage reisen, braucht ihr eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Wir haben uns nach intensiver Recherche für die von der Hanse Merkur* entschieden, da diese das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
  • Deckt euch mit Sonnencreme ein – so nah am Äquator ist die Sonnenbrandgefahr sehr hoch. Ich dachte, ich könnte mich nach drei Monaten auf Bali nicht mehr verbrennen: Pustekuchen! Nach nur 20 Minuten Sonne ohne Créme war ich rot wie ein Krebs und musste mich mit Aloe-Vera-Paste einschmieren. Vor Ort ist die Sonnencréme relativ teuer.
  • Solltet ihr auf weitere indonesische Inseln reisen (z. B. Gili Trawangan), ist Mückenschutz das A und O – Dengue-Fieber ist nicht witzig. Und auch auf Bali heißt es: lieber das Risiko minimieren und sich schön einsprühen. Wir nehmen eine kleine Flasche von Zuhause* aus mit und kaufen uns vor Ort Orcanic Repellent.
  • Die beste Reisezeit ist von Mai bis September. Hier war das Wetter am besten, es regnet seltener und wenn, dann „nur“ aus Eimern für knapp 5 Minuten, was irgendwie auch schön war. Wir waren aber auch schon im Oktober und November auf Bali. Wer mit ein paar Regentagen leben kann, der ist hier auch sehr gut aufgehoben.
  • Greift bei einer Rundreise eher zu einem guten Reise-Rucksack als zu einem Koffer. Hier findet ihr unsere Bali-Packliste mit all unserem Reiseequipment.
  • Meine Flüge recherchiere ich übrigens meist via Skyscanner*. Hier kann man sich einen Preisalarm einstellen und die Flugpreise über einen längeren Zeitraum beobachten und vergleichen. Meine Devise: Nicht zu lange warten!
  • Beste Kreditkarte auf Reisen: Ich reise schon seit über 5 Jahren mit der DKB-Kreditkarte und wurde niemals enttäuscht. Ihr könnt als Neu- und Aktivkunde überall kostenlos Bargeld abheben (mehr Infos in unserem Kreditkartenvergleich). Hier kostenfreies DKB-Konto eröffnen.*
  • Reiseführer-Tipp für Bali: 122 Things to do in Bali von Indojunkie*. Für alle, die Surfen lieben – oder lernen wollen: Surf Bali*

Woran ihr WÄHREND eurer Rundreise denken solltet:

Die folgenden Tipps sind vor allem wichtig, wenn ihr die Touristenhochburgen Kuta und Seminyak besucht (was ich ehrlich gesagt nicht wirklich empfehlen kann außer ihr wollt feiern, surfen oder in Resorts wohnen).

  • Passt auf eure Wertsachen auf. Es wird leider viel geklaut.
  • Achtet möglichst darauf, dass das Taxometer im Taxi verblombt ist, sodass es möglichst nicht manipuliert werden kann. Lasst euch nicht auf überteuerte Festpreise ein. Am Anfang sind die Taxifahrer immer Extra-Runden gefahren, bis ich mir endlich mal den Weg eingeprägt habe. Mein Tipp also: Augen auf. Hinweis: Taxen gibt es nur im Raum Kuta – im untouristischen Bali fährt man am besten selbst mit dem Roller (gibt es in jedem Guesthouse zu mieten) oder organisiert sich einen privaten Fahrer zu festen Preisen.
  • Falls ihr mit dem Roller in Kuta unterwegs seid, nehmt nur eine kleine Menge Bargeld mit. Wenn euch nämlich die Polizei anhält (was sie leider sehr oft tut), nimmt sie euch aus fadenscheinigen Gründen ALLES Geld ab, was ihr dabei habt. Weniger ist also mehr …
  • Fahrt sehr vorsichtig, der Verkehr hier ist die Hölle! Wirklich. DIE HÖLLE!
  • Egal, was passiert oder in welcher Situation ihr steckt: Gelassen bleiben, lächeln, dankend ablehnen etc. Mit Wut können die Balinesen schlecht umgehen, ihr verliert euer Gesicht in ihren Augen.

Ihr merkt: Der Raum Kuta ist sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Und entwickelt sich in eine immer schlimmere Richtung. Orte wie Sanur oder Kerobokan, die damals noch inmitten von Reisfeldern lagen, sind heute fast komplett zugebaut und ersticken im Lärm der Motoren. Ich sitze gerade im Süden von Canggu am Laptop (heute angekommen) und bin schockiert, wie sehr sich hier alles in den letzten Jahren verändert hat.

Generell geht es im untouristischen Bali (Norden, Westen, Osten nördlich von Padang Bai) sehr viel ruhiger, herzlicher und sicherer zu. Wirklich kein Vergleich! Wir haben uns in den letzten Wochen auf Nusa Penida und in der Region Amed soo gut gefühlt, richtig umsorgt, zu jeder Zeit, selbst als wir den Rollerschlüssel stecken ließen, während wir einen Tempel besichtigten, packte ein Verkäufer diesen für uns ein und gab ihn uns später wieder. LOVE! →Mehr praktische Tipps und Wissenswertes zu Bali 

Bali Backpacking Route für 2 bis 4 Wochen im Paradies 

Bali auf eigene Faust erkunden – meine Insidertipps

Ich bin ehrlich gesagt damals ziemlich blauäugig in mein Auslandssemester auf Bali gestartet. Viel informiert hatte ich mich nicht. Ich stellte mir hellgrüne Reisfelder vor, Dschungel, Postkartenstrände, lächelnde Menschen, prächtige Tempel … Das alles hat Bali auch, oh ja, doch nicht in Kuta/Seminyak – also dort wo ich ankam und wohnen sollte. Dödö … Der Kulturschock war also vorprogammiert und ich brauchte lange, um mich an diesen Teil Balis zu gewöhnen – und konnte es bis zum Ende nicht richtig. Dafür verbrachte ich einfach zu viel Zeit im Chaos.

Trotzdem – oder genau deshalb – entschieden mein Freund und ich uns im Rahmen unserer großen Reise, noch einmal Bali zu besuchen und die Insel wieder auf eigene Faust zu erkunden, mit einem anderen Blick und anderen Erfahrungen in der Tasche – und natürlich anderen Orten auf unserer Wishlist. Und ich kann euch gar nicht sagen, wie unfassbar glücklich wir darüber sind, wir sind high vor Eindrücken und Liebe. Ernsthaft.

Deshalb habe ich meine (alten) Eindrücke noch einmal überarbeitet – mit vielen Insidertipps, wenn ihr Bali auf eigene Faust bereisen wollt.

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Tipp 1: Erstmal ankommen! First Stop: Kuta, Seminyak (NICHT!!)

Alle Fluglinien fliegen zunächst die Hauptstadt Denpasar an. Doch anders als in vielen Metropolen gibt es hier wenig zu sehen: Es stinkt, der Verkehr ist grausam und von der Umweltverschmutzung will ich gar nicht reden (ein toller und ehrlicher Beitrag dazu auf homeiswhereyourbagis.com). Die meisten Backpacker fahren zunächst weiter nach Kuta mit dem Taxi und kommen erst einmal in einem Hostel unter, z. B. in der Poppies Lane, bevor sie Bali auf eigene Faust erkunden. Hier trefft ihr also garantiert auf viele weitere Bali-Rundreisende.

Doch Vorsicht: Gerade hier ist die Gefahr, vom Kulturhammer getroffen zu werden, sehr hoch. Die Straßen sind überfüllt, die zweispurigen Straßen werden kurzerhand fünfspurig gemacht und sind wie ein Ameisenhaufen mit Motorrollern und Autos bedeckt. An den Kreuzungen stehen bettelnde Kinder und klopfen an die Scheibe (und der Taxifahrer verbietet dir, den Kindern Geld, Wasser oder Nahrung zu geben), während sich an den Straßenseiten ein Souvenir-Laden an den anderen reiht.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich kein Fleckchen Natur auf der Fahrt vom Flughafen bis nach Kuta/Seminyak gesehen. Und dabei waren wir über 30 Minuten unterwegs. Neue Info: Auf der langen Strecke von Sanur bis nach Kerobokan/Canggu gibt es fast kein Fleckchen Natur mehr, jedenfalls nicht entlang der größeren Straßen!!

Urlaub auf Bali: Verkehr in der Region Kuta

Der Verkehr in der Region Kuta ist wirklich gewöhnungsbedürftig

Außerdem gelten Kuta und mittlerweile auch Seminyak als Ballermann der Australier. Überall laufen betrunkene Menschen herum und der Ort quillt über vor Bars, Kneipen und Discos, aus denen bis frühmorgens verschwitzte Feierwütige gekrochen kommen. Klar ist das mal lustig für eine Nacht oder auch zwei … Aber meines Erachtens nicht für länger/für die ganze Reise.

Tipp 2: Bali auf eigene Faust? Orte für einen tollen Start

Ein Touristenort, der mich völlig geflasht hat, ist Ubud. Auch hier kommen viele Besucher her, aber die meisten von ihnen sind Yogis. Und das merkt man. Die Stadt ist sehr spirituell, Tempel stehen an Tempel, es gibt weniger Hotels, sondern eher Homestays, man lebt also mit den Locals in wunderschönen, tempelartigen Wohnungen, überall wird Yoga angeboten, auf den Straßen wird sich gegrüßt …

Es wirkt nicht, als wäre hier – wie in anderen touristischen Regionen – einfach alles niedergewalzt worden, sondern als würden sich Touristen, Cafés und Yoga-Studios in die wunderschöne Umgebung einfügen und mit der Religion, den Palmen und der Herzlichkeit verschmelzen.

Spirituelles Ubud - Tipp für eine Bali Rundreise auf eigene Faust

Also mein Tipp fürs Ankommen: Ubud!

Auch wir haben unserer Reise vor knapp drei Wochen (2017) in Ubud gestartet und wurden von dem lieben Kadek nachts vom Flughafen abgeholt. Diesen Service wahrzunehmen, kann ich nur empfehlen. Wir haben zwar 350.000 IDR für die ca. 1,5 stündige Fahrt gezahlt, wurden dafür aber mit einem Schildchen begrüßt und konnten uns direkt an der Taxifahrerhorde vorbeischlängeln, lächelnd. Nachts waren die Straßen sogar richtig frei und ich dachte noch so „Wow, wo ist denn der Verkehr von damals hin?“ (haha, es war Nacht, Sina), und grinste bis über beide Ohren, als wir durch diese von Räucherstäbchen getränkte Luft in unser wunder-wunderschönes Homestay fuhren (→Hier Gutschein für deine erste Buchung bei AirBnB sichern).

Living in a temple, sach ich nur!! Wir blieben einfach gleich eine ganze Woche, lebten mit der Familie und den Nachbarn und überhaupt allen anderen gemütlich beisammen, bekamen jeden Tag ein tolles Frühstück und quartierten uns wahlweise im Yogabarn oder in einem der vielen mega Cafés ein.

Richtig tolle Homestays gibt es auch bei „HSH Stay“ (Home Sweet Home Stay), z. B. das hier in Ubud: Rona Homestay (250.000 IDR). Wir haben diese Unterkunft zwar selbst nicht besucht, durften jedoch andere auf unserer Reise testen und waren total begeistert – und das vor allem, weil der Gedanke hinter dieser neuen Plattform einfach so gut (und wichtig) ist:

Es werden ausschließlich Homestays/Businesses von Locals aufgenommen und diese müssen keine Gebühren zahlen. Ihr bekommt bei eurer Buchung also nicht nur eine wunderschöne, einzigartige Unterkunft, sondern unterstützt zusätzlich 1:1 die Locals (nicht irgendwelche Hotelbosse), erhaltet tollste Insidertipps und garantiert ein wunderbar authentisches Bali-Erlebnis. Damit tragt ihr einen großen Teil dazu bei, den Rest von Bali nicht zu einem Kuta & Co. verkommen zu lassen.

Stichwort nachhaltiger Tourismus: Während meiner Reise 2017 habe ich viele unglaubliche Orte und inspirierende Menschen kennen gelernt. Diese haben mich zu folgenden Artikeln inspiriert:

PS: Auch in Ubud ist der Verkehr zwar, ich sag mal undurchsichtig, aber kein Vergleich zu Kuta & Co.

Als Alternative zu Ubud – wenn ihr eher auf Surfen als auf Yoga steht – kann ich euch den Süden von Bali (ab Jimbaran) oder das nördliche Canggu empfehlen. Hier ist „alles“ noch dicht dran und trotzdem gerade genug weit weg, sodass ihr eure Bali-Rundreise entspannt starten und je nach Laune ab und an in die Feierwelt eintauchen könnt.

Reiseführer-Tipp: Für alle, die Surfen lieben – oder lernen wollen: Surf Bali* – ein toller Reiseführer von Indojunkie mit massenhaften Tipps zu allen Surfspots auf Bali. Inklusive Unterkünften, Ausflügen und Restaurants.

Canggu wird zwar immer voller, ist aber noch liebenswürdig, es gibt viele fancy Cafés und auch authentische Warungs, ein paar Reisfelder zwängen sich zwischen die Villen mit ihren hohen Mauern, am Strand schaut man den Surfern beim Wellenreiten zu, wenn man sich nicht auch in die Wellen stürzt und/oder trinkt sein Bierchen zu Live-Musik, während die Sonne pink im Meer verschwindet.

Urlaub Bali: Religion, Bräuche und Werte

Und wenn ihr eure Bali-Rundreise doch gern in Seminyak beginnen wollt: Ich kam zuerst im Hotel Bali Agung Village (Seminyak) unter und war positiv überrascht. Kleine Bungalows stehen in einem grünen Garten, die Lobby ist zwar überdacht aber trotzdem offen, der kleine Pool ist schön und zum Strand sind es nur ein paar Gehminuten. Der Strand bei Seminyak ist weniger überfüllt als der in Kuta, an der Promenade findet ihr einige gute Cafés und Bistros, in denen man auch nett frühstücken kann.

Doublesix-Beach in Seminyak auf Bali

Doublesix-Beach in Seminyak (Händler-Alarm)

Apropos Essen: Generell kann man überall in Bali seeeehr lecker balinesisch essen (am besten in kleinen Warungs – so heißen die balinesischen Imbisse). Meine Lieblingsgerichte: Vegetarisches Nasi Campur (verschiedene Gerichte in kleinen Portionen mit Reis), Cap Cay (Gemüsesuppe mit Knofi) und Nasi Goreng mit Spiegelei und frischem Chili. Wenn ihr sicher gehen wollt, keine Chemie im Essen zu haben, sagt „no MSG“ dazu. →Mehr Insidertipps für die Region Kuta

Essens-Tipp für Bali: Nasi Campur

Tipp 3: Best way to explore Bali – By Motorbike

Am besten entdeckt ihr Bali auf eigene Faust, wenn ihr einen Roller mietet. Was in Kuta nur bedingt zu empfehlen ist (s. o. Verkehr), wird in den untouristischen Regionen zum großartigen Erlebnis: Einfach drauflosfahren, durch Reisfelder, Berge, Dschungel, liebevolle Dörfer, vorbei an Küstenabschnitten mit schwarzen Stränden, Hupen zum Gruße, High 5 mit den Kids, Lächeln hier, Nicken da, wunderbar … ;-)

Roller gibt es eigentlich an jedem Homestay zu mieten für 40 -100.000 IDR am Tag. Ich würde auch auf jeden Fall empfehlen, keine geführten Tagestouren zu buchen, sondern – wenn möglich – alles auf eigene Faust zu erkunden. Ihr werdet viel mehr sehen als nur die Touri-Attraktionen, fühlt euch freier, und die Straßen werden weniger von wild rasenden Touristenbussen vollgestopft.

Update November 2017: Wir kommen gerade von unserem Roadtrip aus dem Norden Balis zurück und sind völlig begeistert!!

Wir fuhren auf eigene Faust von Ubud aus los, über kleine Dörfer, vorbei an Reisfeldern bis hin zu den Jatiluwih Reisterrassen – wunderschön!! Dort übernachteten wir im Pondok Nyoman mit Blick auf Berge und Reisfelder und fuhren weiter in ein völlig untouristisches und abgelegenes Dorf mit Namen Lemukih. Wasserfälle, Dschungel, Berge … Und das alles ohne Touristen. Wir erkundeten diese Gegend Balis auf eigene Faust mit unserem superlieben Gastgeber Buda und können nur sagen: Unglaublich! Mehr dazu: Bali Backpacking Route – Nordbali auf eigene Faust

Falls du noch nicht bei AirBnB angemeldet bist, sicher dir schnell einen Gutschein für deine erste Buchung.

Geheimtipp für eine Bali Backpacking Route: Lemukih Ancient Villages in Nordbali inmitten von Dschungel, Bergen und Reisfeldern

Auch die Region rund um Amed im Norden Balis haben wir im Mai 2017 auf eigene Faust mit dem Roller erkundet und konnten uns nicht satt sehen an den Bergen, dem Dschungel, den Reisfeldern und der wunderschönen Küste.

4. Meine Insidertipps für die schönsten Strände auf Bali

Wirklich paradiesische Bilderbuchstrände findet ihr rund um Kuta nicht. Dafür solltet ihr ganz in den Süden Balis reisen: Die kleine Halbinsel hat an viele Ecken Postkarten-Idylle zu bieten. Meine Favoriten sind unter anderem Padang-Padang und Balangan Beach. Beide Strände sind aber in den letzten Jahren leider immer voller geworden. Es gibt noch einige weitere, versteckte bzw. schwer zu erreichende Strände. Um diese zu finden, mietet ihr euch am besten eine Unterkunft für 2 bis 4 Nächte im Süden von Bali und geht auf eigene Faust auf Strandsuche.

Die Strände im Nordosten von Bali (bei Amed und weiter Richtung Norden) sind übrigens auch wunderschön. Tiefschwarz aufgrund des Vulkans, dafür wenig besucht – und das Wasser ist kristallklar und türkis.

→Mehr Tipps zu den schönsten Stränden auf Bali

Schöner Strand in Amed im Nordosten Balis

Tipp 5: Insidertipps für das „echte“ Bali – Auf der Suche nach dem Land des Lächelns und der Tempel

Meiner Meinung nach findet ihr das echte Bali nur dort, wo (Pauschal-)Touristen rar sind. Wenn ihr Bali auf eigene Faust erkundet, habt ihr also alle Flexibilität, euch auf die Suche zu begeben. Um euch ein wenig zu helfen, verrate ich euch meinen Lieblingsplatz: Und der liegt bzw. lag damals nicht auf Bali, sondern auf der benachbarten Insel Nusa Lembongan.

Nur eine Stunde von Bali entfernt liegt diese hinduistisch geprägte Insel. Sie ist umringt von (einsamen) Stränden und steilen Klippen, Korallenriffen und Mangrovenwäldern. Hier konnte ich damals das erste Mal nach sechs Wochen Studium wirklich richtig backpacken: Rauf auf die Fähre in Sanur (Bali), ankommen auf Nusa Lembongan, mit Freundlichkeit überschüttet werden und Bali auf eigene Faust erkunden. (Hinweis: Mittlerweile kommen wohl viel mehr Touristen nach Lembongan – allein seid ihr hier also leider nicht mehr.)

Gleich am Hafen wurde uns vertrauensvoll ein Roller für wenig Geld überlassen, auf dem wir die komplette Insel in wenigen Stunden erkundeten. Auch ein Hotel brauchten wir damals nicht vorher zu buchen, sondern schauten einfach vor Ort (heute würde ich vielleicht besser ein paar Tage vorher buchen). Die Unterkünfte sind viel schöner als in der Region Kuta und gleichzeitig auch weitaus günstiger. Wir schliefen für ca. 20 Euro die Nacht in einer sauberen und schnuckeligen Bambushütte, das Meer und die Surfer direkt vor der Nase. →Hier findet ihr meinen ausführlichen Beitrag über Nusa Lembongan

Update Mai 2017: Diesen Satz „(…) lag damals nicht auf Bali, (…)“ muss ich überarbeiten. Bali besitzt heftig authentische Flecken, nur halt nicht unbedingt im Süden, nicht an touristischen Plätzen, zu denen die Tagestouristen reisen. Und deshalb leider auch nicht mehr auf Nusa Lembongan.

Nusa Penida ist so ein unglaublicher Ort, die Nachbarinsel von Nusa Lembongan, oder die Region östlich von Amed, oder der ganze Westen und der Norden etwas abseits der Tagesreiseziele Lovina und Bedugul …

Pure Nature!! Crystal Beach auf Nusa Penida – hoffentlich bleibe die Resorts hier wech:

Nusa Penida ist ein echter Geheimtipp für eine Bali Rundreise auf eigene Faust - und hat schönste Strände

Algenplantagen auf der Insel Nusa Lembongan bei Bali

Tipp 6: Weitere Insidertipps für eine Reise durch Bali auf eigene Faust

Das Zentrum Balis mit dem Künstler- und Yogastädtchen Ubud und seinen Reisterrassen ist wunderbar, wenn ihr die Region auf eigene Faust erkundet und keine Standard-Touristen-Tour bucht. Sonst findet ihr euch nämlich im Getümmel von Händlern wieder und könnt kein Auge auf die wunderschönen Plantagen werfen.

Auch der Taucherort Tulamben im Westen Balis oder der Norden bei Bedugul haben uns sehr gefallen. Hier gibt es eine Menge Tempel und hinduistische Dörfer. Viele von uns Studenten sind auf den Mount Batur gestiegen – die meisten waren begeistert: ausgepowert, aber glücklich (ich hab mich da dezent rausgehalten – die Sportmuffligkeit hat Überhand genommen). Mehr Tipps für Ausflüge in Bali

Urlaub Bali: Auch Kinder bereiten auf Bali den Göttern und Dämonen Opfergaben

Bali-Rundreise – was gibt´s noch zu entdecken?

Wenn ihr etwas mehr Zeit habt und auf eigene Faust unterwegs seid, könnt ihr z. B. auf die von Bali ca. 3 Stunden entfernten Gili Islands fahren, die leider schon lange kein Geheimtipp mehr sind. Im April/Mai seid ihr hier noch unter weniger Touristen, ab Juni kann´s voll werden. Die Tour könnt ihr an jeder Ecke in Kuta buchen, rüber geht´s mit dem Speedboat.

Die größte der drei Inseln, Gili Trawangan, beherbergt viele kleine Bungalow-Anlagen in der Nähe des „Hafens“ (auch wenn sie die größte der drei Inseln ist, ist sie doch ziemlich klein), motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht erlaubt: Fahrräder bringen euch von A nach B.

Die Inseln sind umringt von feinem, weißem Sandstrand, der flach ins hellblaue Meer abfällt. Knapp unter der Wasseroberfläche beginnen die Korallenriffe, sodass ihr nur knietief ins Wasser warten müsst und sofort abtauchen könnt.

Taucher- und Schnorchlerherzen schlagen auf den Gilis also höher, die Unterwasserwelt mit ihren Korallen, Fischen und sogar Schildkröten lässt einen für Stunden im Wasser treiben und die Welt um sich herum vergessen. Ja und abends, da genießt man am besten den Sonnenuntergang am Strand bei frischem Fisch, bevor man weiterzieht und entspannt ein paar Cocktails schlürft, der nicht zwingend mit „Mushrooms“ angereichert sein muss ;) Mehr zu Gili Trawangan

Update Mai 2017: Das alles muss ich leider etwas revidieren. Ich habe von vielen Leuten gehört, dass besonders Gili Trawangan zwar schon noch Charme besitzt, sich aber gleichzeitig zu einer touristenüberlaufenen Insel entwickelt hat. Die Korallenriffe sind weitestgehend zerstört, der Massentourismus ist angekommen, dafür keine Lösung für den Müll und das Abwasser. Hier könnt ihr mehr darüber lesen.

Trotzdem möchte ich auch nicht davon abraten, dorthin zu fahren – macht euch am besten euer eigenes Bild und helft mit, für nachhaltiges Reisen zu sensibilisieren. Und ansonsten sollen Gili Air (sehr ruhig) und Meno noch sehr schön sein.

Schönster Strand: Auf den Gili Inseln bei Bali

Schönster Strand: Auf den Gili Inseln bei Bali – Gili Trawangan vor einigen Jahren

Im November 2017 haben wir den Süden Lomboks und die Secret Gilis bereist. Absolute Empfehlung – auch wenn mir ein wenig die spirituelle Bali-Atmosphäre gefehlt hat. Aber Lombok ist halt nicht Bali. ;-)


Bali auf eigene Faust – bitte, bitte, ja!!

Es ist erschreckend, wie sehr der Massentourismus ein idyllisches Fleckchen verändern kann. Ich werde meine Gedanken sortieren und zu diesem Thema noch einiges schreiben. Aber ihr könnt schon jetzt beginnen, Bali und seinen lieben Bewohnern dabei zu helfen, diese unglaubliche Insel (und alles drumherum) zu erhalten, in dem ihr z. B. Homestays bevorzugt, euch Zeit beim Reisen lasst (lieber Rollerrundreise auf eigene Faust als schnelle Tagestrips), auf Plastik verzichtet (so gut es geht – und generell auf Müll), lieber in lokalen Warungs/Restaurants essen geht und in Tante-Emma-Läden einkauft … to be continued.

Die beste Kreditkarte für eine Bali-Reise

Ich reise nun schon seit 5 Jahren mit der DKB-Kreditkarte* und wurde niemals enttäuscht. Auf Bali könnt ihr als Neu- und Aktivkunde überall kostenlos Bargeld abheben. Mehr Infos findet ihr in unserem Kreditkartenvergleich.

Hier könnt ihr euer kostenloses DKB-Konto eröffnen.*

Meine liebsten Unterkünfte für eine Bali-Reise

AirBnBsicher dir hier einen Gutschein für deine erste Buchung! Und HSH Stay – Locals unterstützen und in einzigartigen Homestays wohnen.

Hinweis: Ich durfte zwar kostenlos einige Unterkünfte von HSH Stay testen, wurde aber nicht von ihnen für diesen Artikel bezahlt und bleibe sowieso immer meiner Meinung treu. Das heißt: Ich liebe diese Plattform und vor allem die Idee dahinter, deshalb stell ich euch gern meine Lieblingsunterkünfte vor und hoffe, euch gefallen sie so sehr wie mir. :) 

Packliste – was muss mit?

All unsere Tipps für die beste Packliste, damit ihr nichts mehr vergesst und euch trotzdem nicht abschleppt: die ultimative Bali-Packliste.

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Reiseführer-Tipps für eine Bali-Reise auf eigene Faust:

„122 Things to do in Bali“ von Indojunkie* – ganz neue Auflage (Januar 2019) mit massenhaft Insidertipps, auch abseits der Touristenpfade. Ein toller Reiseführer voller Karten und Fotos, um Bali auf eigene Faust zu bereisen und Land und Leute so richtig kennen zu lernen. Ich selbst durfte ein Kapitel über Ubuds Umgebung beisteuern und freue mich unglaublich, ein kleiner Teil dieses 400-Seiten-starken Buches zu sein.

Bali Reiseführer Tipp: 122 things to do in Bali

Wie viel kostet eine Bali Rundreise?

Bali ist wirklich günstig zu bereisen, wenn man sich auf AirBnBs und Homestays beschränkt, günstige Transportmöglichkeiten bevorzugt und die lokalen Restaurants wählt.

Insgesamt gaben wir für vier Wochen Bali ca. 1.500 Euro pro Person aus, inklusive Flüge:

  • Flug Perth nach Denpasar: ca. 100 Euro
  • Unterkünfte: ca. 10 Euro pro Nacht inkl. Frühstück (300€)
  • Essen & Trinken: max. 10€ pro Tag (300€)
  • Yoga: ca. 65 Euro für 10 Kurse
  • Sonstiges: 35 Euro
  • Transport (Taxi, Roller, Fähren, Busfahrten): ca. 150 Euro
  • Flug nach Hause: ca. 550 Euro

Bali war eins der günstigsten Reiseziele auf unserer Weltreise-Route. Wenn du mehr über die Kosten erfahren möchtest, könnte dich dieser Artikel interessieren: Was kostet eine Weltreise?

Gesundheit first: Unsere Auslandskrankenversicherung

In punkto Gesundheit denkt bitte daran, dass ihr eine extra Krankenversicherung fürs Reisen bzw. Ausland braucht, um im Krankheitsfall abgesichert zu sein.

Bei den meisten Urlauben reicht eine einfache Auslandskrankenversicherung. Hier zahlt ihr ca. zehn Euro pro Jahr und bekommt Arzt- und Krankenhauskosten, die auf eurer Reise anfallen, erstattet.

Ich kann die Auslandskrankenversicherungen der Hanse Merkur* nur empfehlen – alle Arztkosten inkl. Krankenhaus, die ich auf Bali hatte, wurden mir sofort und anstandslos erstattet.

Stichwort Langzeitreise

Solltet ihr länger als 56 Tage reisen, braucht ihr eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Wir haben uns nach intensiver Recherche auch für die von der Hanse Merkurentschieden, da diese das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Zum Einsatz gekommen ist sie jedoch Gott sei Dank nicht. Das Gute: Wir sind einen Monat früher nach Hause geflogen und haben das zuviel gezahlte Geld erstattet bekommen.

Möchtest du auch über deine Reise-Erlebnisse berichten?

Gute Idee! :-) Ferndurst haben wir damals auch als Hobby gestartet und haben mittlerweile unsere Leidenschaft zu unserem Beruf gemacht. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du ganz einfach einen eigenen Reiseblog erstellen kannst.

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen und Lust machen, Bali auf eigene Faust zu entdecken. Ganz viel Spaß auf eurer Bali-Reise, Sina


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Kategorie Bali, Ferne Länder, Rundreisen, Traumstrände

Hi, ich bin Sina, studierte Journalistin und Medienmanagerin, Vegetarierin, Yoga-verloved und vor allem eins: ferndurstig. Ich liebe es, ein Land intensiv zu bereisen - und das Glücksgefühl, wenn mich ein Ort voll und ganz in seinen Bann zieht. Lange Zeit blieben Reisen und Schreiben Hobbies. Das ging solange gut, bis ich das erste Mal nach Thailand flog und mich Hals über Kopf ins Land des Lächelns verliebte. 1,5 Jahre später kündigte ich trotz massiver (Sicherheits-)Ängste meinen Job und ging mit meinem Freund auf große Reise. Ohne Rückflugticket. Seitdem hat sich mein Leben stark verändert: Ich habe mich als Autorin und Bloggerin selbstständig gemacht, mein erstes Buch veröffentlicht, kultiviere Langsamkeit und versuche, meinen (Existenz-)Ängsten immer weniger Kraft zu geben. Auf Ferndurst nehme ich dich mit auf meine Reisen - und möchte dir den Mut geben, auf dein Herz zu hören und deine Träume zu leben.

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