Immer. Oder: Wenn die Thailand-Sehnsucht kickt

Ein kleiner Text, der an meinem Hamburger Fenster entstand. Ein halbes Jahr nach der letzten Thailandreise. Eigentlich für Instagram. Aber weil ich Social Media nicht mag, und den Algorithmus noch viel weniger, kommt er hier, auf unseren Blog. Der schon immer unser Herzstück war.

Immer – ein Sehnsuchtsgefühl

Ich habe die letzte Reise nie auserzählt, bis jetzt. Zumindest nicht auf Instagram.

Und so ist es doch immer, denke ich.

Wenn die Sonne lacht, die Palmen rauschen, die Luft erfüllt ist von Chili und Knoblauch und Räucherstäbchen und Tropen.

Dann ist mein Handy weg, das Internet aus. Ich sitze, ich starre. Türkis, Felsen, Mönche, Tempel, Ausblicke im Zug, im Boot, der heiße Wind, der fegt, nicht kühlt. Festhalten will ich das. Mit Augen, und Haut. Nur schauen, nur fühlen. Da. Ich bin da.

Bis ich, irgendwann, auf dem Balkon stehe, im geliebten Bangkok. Es ist nachts. Die Lichter gegenüber noch an.

Wäsche wird aufgehängt, ein Radio summt. Den Geschmack von Kokospfannkuchen noch auf der Zunge. Die Pflanzen sind riesig, wie aufgepumpt. Ich höre hupen. Fern, nah?

Dann klingelt der Wecker. Ich wusste es. Langsam gehe ich rückwärts, einen Schritt, zwei. Die Klimaanlage bläst mir in den Nacken, drückt die Tropenluft von mir weg. Nur noch ein letzter Blick, ein letztes Gefühl. Nur noch, nur noch. Dann ist die Tür zu. Der Raum dunkel. Es klopft. Und ich weiß: Das Taxi ist da. So ist es immer.

Aber nicht für immer.

Meine Herzklopforte in Thailand.

Die, die genau dieses Gefühl auslösen, das ich oben beschreibe:

Ankommen in Bangkok,

in meinem Lieblingshotel, dem UMA Residence (Affiliate-Link). Der kleinen Oase, mein erstes Hotel in Thailand überhaupt. Und deshalb wohl eins, das immer besonders bleiben wird für mich. Das mit den Garküchen vor der Nase, den Mönchen, die früh morgens ihre Spenden sammeln, während die Dunkelheit sich noch träge über die Straße schiebt.

Züge.

Klingt vielleicht komisch, aber wenn ich dort sitze, am offenen Fenster, mit dem Wind im Gesicht, und Felder wie Palmen an mir vorbeirauschen sehe, Thailänder:innen einen Sitz weiter Snacks kaufen und ganz hinten, auf Holzbänken, Mönche in ihrem abgegrenzten Abteil warten, dann macht das etwas mit mir. Ein Kribbeln, Reiselust, Abenteuer, Freiheit. Wärme. Sicherheit. Alles auf einmal.

Garküchen.

Ob Roti-Stände (thailändische Pfannkuchen), Suppenküchen, Som Tam (Papaya Salat) oder Wok auf dem offenen Feuer – egal, Hauptsache draußen, und Hauptsache abends. Dann sitze ich da, an Plastiktischen, auf Plastikstühlen. Spüre die Hitze des Feuers, die Hitze des Tages noch auf dem Asphalt, thailändische Stimmen, ein Singen, ein Lachen. Knoblauch und Chili in der Luft, Feierabendstimmung. Suppen brodeln, der Wok zischt, der Mörser stampft – zack, ist das Gericht fertig. Eine dampfende Schüssel, ein fettiger Pfannkuchen, rohe Papaya mit Limette, Erdnuss und Chili. Ganz gleich: Es gab nie was Besseres.

Typisch thailändische Garküchen findet man übrigens nicht bei Google Maps, sondern an Hauptstraßen, in Städten, etwas abseits vom touristischen Getümmel.

Einige meiner liebsten Garküchen:

  • Bangkok: An der Straße direkt beim UMA Residence, oder an der Hauptstraße beim Charlie House Pinklao (von der schmalen Straßen kommend nach rechts Richtung Mall abbiegen)
  • Chiang Mai: Suppenküchen an den Hauptstraßen direkt an der Altstadt
  • Cha-Am: Am Strand, gegenüber von unserem Airbnb
  • Sam Roi Yot: an der Hauptstraße!
  • Phuket Nord, Naiyang Beach – an der Straße direkt beim Strand
  • (Fast) überall an größeren Bahnhöfen oder Rastplatz bei langen Busfahrten

Hängematten.

Einfach reinlegen, gleich morgens, den Blick in das große Grün genießen, das Zirpen der Grillen, von Vögeln. Ich schaukele, hin und her, fühle mich umarmt, beseelt. Ruhig. “Fullfilled”, wie man so schön sagt. Mittlerweile werden die urigen Holzhütten mit der Liegeschaukel auf der Terrasse zwar weniger, doch noch immer findet man sie: Die Hippie-Backpacker-Hüttchen mit der Hängematte vor der Tür. Nur einen Pool oder Klimaanlagen haben die meist nicht. Dafür Häuser in Bäumen, liebste Gastgeber*innen und ein Gefühl von Schwerelosigkeit.

Manche meiner Lieblingsorte haben keine Hängematte und trotzdem ist dieses Gefühl da: purer Genuss. Achtsamkeit. Eben ein Hängemattengefühl. Nirgends für mich so präsent wie im Land des Lächelns.

Hängemattengefühle:

Hinweis: Das meiste hier sind Backpacker-Unterkünfte ohne Luxus.

Türkis. Mit Felsen.

Das erste Mal thailändisches Meer sehen. Zehn Jahre ist das ungefähr her. Zehn Jahre.

Damals in Ao Nang, als ich übernächtigt nach der Busfahrt ab Bangkok mit einem thailändischen Sammeltaxi zum Hotel gesaust bin, an der Promenade entlang, und dann, plötzlich das Meer sah. Das tropische Meer. Die Felsen von Krabi. Longtailboote im Wasser. Ich weiß nicht, für mich war das einer der schönsten Momente meines Lebens. Und der, bei dem ich wusste: nichts wird sein wie vorher. Hier muss her. Wieder und wieder. Das ist mein Ort.

Der Blick am Strand von Ao Nang in Krabi gehört zu den schönsten in Thailand

Ao Nang. 2015

Und genau so war es.

Ao Nang war damals schon voll. Und ist es jetzt noch mehr. Und trotzdem macht dieser Anblick noch immer was mit mir. Bis heute. Jedes Jahr. Trotz all der Veränderungen. Denn Thailand ist eben Thailand, für mich. Und überall, vor allem links und rechts ab vom Weg, wartet dieses Gefühl. Die Sehnsucht.

Für Immer.

Glur Hostel in Ao Nang

(Mein) Glur Hostel in Ao Nang


Mein Thailand-Buch

All meine Herzklopfmomente und Insidertipps – und die von 18 weiteren Thailand-Liebenden – in einem Buch: 105 Gründe, Thailand zu lieben“:

368 Seiten voller Reise-Geschichten, Erlebnisse und Geheimtipps. Neue Auflage: jetzt entdecken ❥

Thailand Reiseführer Backpacking

Du planst grad deine Thailandreise und brauchst Hilfe? Schreib mir gern: sina@reisefuehler.de oder in den Kommentaren.

Viel Freude auf deiner Reise!

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden oder speicher ihn für dich:

Kategorie Brandneu, Thailand

Hi, ich bin Sina, Journalistin und Conent-Managerin, Träumerin, Yoga-verloved und vor allem eins: ferndurstig. Ich liebe es, ein Land intensiv zu bereisen - und das Glücksgefühl, wenn mich ein Ort voll und ganz in seinen Bann zieht. Lange Zeit blieben Reisen und Schreiben Hobbies. Das ging solange gut, bis ich das erste Mal nach Thailand flog und mich Hals über Kopf ins Land des Lächelns verliebte. 1,5 Jahre später kündigte ich trotz (Sicherheits-)Ängste meinen Job und ging mit meinem Freund auf große Reise. Ohne Rückflugticket. Seitdem hat sich mein Leben stark verändert: Ich habe mich als Autorin selbstständig gemacht, mein erstes Buch veröffentlicht, kultiviere Langsamkeit und versuche, meinen (Existenz-)Ängsten immer weniger Kraft zu geben. Auf Ferndurst nehme ich dich mit auf meine Reisen - und möchte dir den Mut geben, auf dein Herz zu hören und deine Träume zu leben. PS: Seit 2020 bin ich auch Mama.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert