Plötzlich Mama! Was sich beim Backpacking mit Kind ändert

Mit unserem 6-monatigen Baby bereisten mein Freund und ich in unserer Elternzeit die Westküste Malaysias. Ich fragte mich, was sich beim Backpacking mit Kind alles ändert. Nach der Reise kann ich sagen: Für mich fühlte es sich gar nicht so anders an als zuvor, auch wenn vieles doch ganz anders war. Was sich änderte, und was nicht, darüber will ich hier schreiben. Damit du weißt, worauf du dich einstellen kannst.

Bevor ich dazu komme, wie sich das Reisen mit Kind für mich geändert hat, ein paar Gedanken vorab. Sie schwirrten mir durch den Kopf, als ich noch kein Kind hatte – ich hatte Wünsche, aber auch Ängste:

  1. Der Wunsch, mit Baby zu reisen – egoistisch oder mutig?
  2. Fragen (und Ängste) davor: Wie reisen mit Kind?
  3. Backpacking mit Kind – Was sich ändert und was nicht

1. Der Wunsch, mit Baby zu reisen – Egoistisch oder mutig?

Eine Sache war mir schon vor meiner Schwangerschaft klar. Oder eher: Ich wünschte es mir sehr. Dass ich so reisen kann wie zuvor – low budget in ferne, exotische Länder. Damit mehr Geld fürs Mehr-Sehen übrig bleibt anstatt es für mehr Komfort ausgeben zu müssen, trotz Backpacking mit Kind. Dass wir einfach reisen, wie wir wollen.

Backpacking mit Kind: Meine Tipps nach einem Monat in den Tropen - Malaysia

Ist es egoistisch, mit einem kleinen Kind zu verreisen?

Lange habe ich überlegt, ob ich mit einem Baby verreisen kann, weil ICH es mir wünsche. Ist es nicht egoistisch? Und ja, ich bin zum Schluss gekommen: Ich bin egoistisch. Aber, das möchte ich auch sein. Für mich UND für mein Kind.

Weil ich nur, wenn ich das mache, was ich will, das Beste geben kann.

Das heißt nicht, dass ich in Kauf nehme, mein Kind einzuschränken. Beim Backpacking auf meine Bedürfnisse achten zu dürfen, geht für mich nur unter der Bedingung, zu 100% auf die Bedürfnisse meines Kindes einzugehen! Sprich, ganz oben steht vor einer Reise: Was möchte mein Kind, was braucht es, was kann ich ihm zumuten, was nicht? Nach den Fragen richtete sich die Wahl unseres Reiseziels.

Am liebsten hätten wir schon während meiner Schwangerschaft Flüge gebucht. Wir wollten aber sehen, was für ein Kerlchen uns erwartete. Dann kam er auf die Welt und schnell waren wir uns sicher: japp, der neugierige, entspannte, kleine Mann kann mit uns die Welt entdecken.

Sind wir mutig, weil wir mit einem Baby reisen?

Ich würde weniger davon sprechen, dass wir mutig sind, mit Kind zu verreisen. Denn wir würden uns nicht blind ins Abenteuer stürzen, ohne an das Wohl unseres Babys zu denken. Das Reiseziel ist bedacht ausgewählt. Somit sind wir weniger mutig, vielmehr tun wir einfach das, was wir wollen, und was uns glücklich macht. Damit zitiere ich an dieser Stelle mal Sina, die auf Weltreise ging (und weiterhin die Welt umrundet). Mit ihr habe ich Nächte philosophiert, über das, was wir wollen, was uns glücklich macht. Genau zu der Zeit, als es für sie losging ins Ungewisse, ins Neue, da begann exakt das Gleiche bei mir. Mit meiner Schwangerschaft eben nur auf anderer Ebene. Und mit noch ein paar Hormonen mehr. Hallo Achterbahn! Hallo Vorfreude!

2. Fragen (und Ängste) davor: Wie reisen mit Kind

Beim Strandurlaub muss man gar nicht so viel beachten beim Backpacking mit Kind

Können wir mit einem Baby denn in einem simplen Bungalow übernachten? Oder müssen wir mehr in hohen Standard investieren? Ist ein Langstreckenflug für ein Baby geeignet? Ist Fliegen überhaupt in Ordnung? Was müssen wir bloß alles beachten beim Backpacking mit Kind? Was ist mit der Hitze, mit Mücken, mit dem Wasser, mit dem Verkehr, mit Krankheiten und aaaah, werde ich mich sonnen können? Einige Fragen konnten wir an 5 erprobte Blogger weitergeben, die uns von ihren Fernreisen mit Kind vorschwärmten →Wohin mit Baby reisen? Schönste Reiseziele mit Kind.

Und dann waren wir einen Monat an der Westküste Malaysias und viele Fragen verpufften einfach so. Meine ausführlichen Berichte folgen. Hier schon einmal mein Resümee, worauf man sich allgemein beim Backpacking mit Kind einstellen sollte:

3. Backpacking mit Kind – Was sich ändert und was nicht

Ich habe bislang das Gefühl, dass mein Leben mit Baby nicht vollkommen anders geworden ist. Ich denke, das liegt daran, dass ich ja immernoch einfach Elisa bin – voll und ganz ich – wie zuvor auch.

Was mir wichtig ist: Ich versuche, in keine „gespielte“ Mamarolle zu schlüpfen. Keine mir selbst oder von meinem Umfeld auferlegte. Zumindest keine, die nicht zu mir passt. Na klar änderte sich zwar so einiges, aber ich versuche auf die neue Situation zu reagieren wie ich nun einmal als Elisa reagiere (und nicht zu denken „so sollte eine Mutter es tun“).

Und damit bin ich die alte Elisa, die eine zusätzliche, nennen wir sie mal „Superpower“ hat – das Mamasein. ♥

Elternzeit in den Tropen macht glücklich

Backpacking mit Kind: Das ändert sich nicht

Und weil, wie gerade beschrieben, sich in meinem Leben gefühlt nicht alles gedreht hat, seitdem ich eine Mama geworden bin, fühlt sich auch das Reisen mit Kind nicht anders an, sondern ganz natürlich.

Wir sind 4 Wochen an der Westküste Malaysias gereist. Von der Großstadt Kuala Lumpur ►über die kleine Insel Pangkor ► mit anschließendem Zwischenstopp in Ipoh ► ein paar Tagen im Innenland umgeben von Teeplantagen (Cameron Highlands) ► zurück am Meer auf der kunterbunten Insel Penang ► bis zur nördlichsten Insel in Malaysia (Langkawi). Unser Baby war 6 Monate alt als es losging.

Faktisch gab es einige Sachen, die sich tatsächlich nicht wirklich geändert haben:

  1. Fernreisen auch mit wenig Geld möglich: Wir sind, wie zuvor auch, low budget gereist, also ohne großen Komfort und ohne teure All-Inclusive Hotels, weil es unserer Meinung nicht nötig war. Für uns bedeutete das bei unserer Backpacking-Tour mit 6-monatigem Kind auf ein großes Bett, etwas Platz für das Baby-Reisebett*, ein eigenes Bad und eine Klimaanlage zu achten. Dennoch würde ich beim nächsten Mal etwas mehr Wert auf die Gemütlichkeit der Unterkunft legen, da man ab uns zu doch einen Tag Zuhause verbringt (zum Beispiel, wenn es einfach zu heiß ist).
  2. Essen gehen total entspannt: Am Anfang der Reise konnte unser Baby noch nicht alleine sitzen. Das heißt, wir mussten ihn beim Essen immer auf den Schoß nehmen. Wir fragten uns, ob das einen Monat lang machbar wäre – und ja, es ging total. Wir haben uns einfach abgewechselt, was wirklich kein Thema war. Und manchmal haben ihn babyverliebte Kellner und Kellnerinnen einfach weggeschnappt, so dass wir beide entspannt essen konnten.
    Sind alle in Asien so babyvernarrt und kinderlieb wie in Malaysia?
  3. Backpacking mit Kind von A nach B: Auch wenn ich das nächste Mal weniger Destinationen wählen würde, war mit Baby eine Rundreise drin und wir mussten nicht nur an einem Fleck bleiben. Wir sind Taxi gefahren, mit öffentlichen Bussen, mit Zügen, mit Booten und mit Fähren – Nicht ein Mal war es kompliziert oder unangenehm. Wir sind allerdings so wenig wie möglich mit dem Auto gefahren, da es leider keine Kindersitze gab. Das war uns schon vorab bewusst, weswegen wir bevorzugt die Reise mit dem Zug planten.
  4. Keine besonderen Impfungen gemacht: Das ist natürlich unsere persönliche Entscheidung gewesen und darf nicht als allgemeine Empfehlung verstanden werden, aber wir haben nach einer Beratung durch das tropische Impfinstitut keine speziellen Impfungen für Malaysia durchgeführt. Unsere Ärztin hatte auch keine Einwände, so lange wir auf unserer Rundreise (wegen des Hepatitis Risikos bei Kindern unter einem Jahr) auf sauberes Trinkwasser achten würden (→verschlossene Wasserflaschen nutzen, ungekocht nur ungeschältes Obst und Gemüse verwenden).
  5. Nicht viel mehr Gepäck nötig: Mit einem Baby in den Tropen braucht man wirklich nicht viel mehr zusätzliches Gepäck. Selbst das größte Gepäckstück fürs Baby – das kleine Reisebett – passte in meinen Backpack. Es ist eine Art kleines Zelt, das wir nicht nur als Babybett genutzt haben, sondern auch am Strand als Sonnen- und Moskitoschutz. Wir haben ein super leichtes (nur 2 kg schweres!) und zusammenfaltbares Baby-Reisebett* gefunden. Für noch nicht krabbelnde Babys kann ich das wirklich sehr empfehlen.
    Backpacking mit Kind: Ein Baby-Reisebett von Deryan erwies sich als super praktisch
  6. Der Flug war vollkommen in Ordnung: Das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern. Vielleicht wird es das nächste Mal der reinste Horror. Ich bin gespannt, was wir bei den nächsten Reisen beachten müssen, wenn unser Kind etwas älter ist. Aber mit unserem 6-monatigen Baby sah es so aus: Rein in den Flieger, in den Schlaf stillen, schlafen, schlafen, schlafen, landen. Wir haben darauf geachtet, dass wir im Schlafrhythmus unseres Babys fliegen und haben bei Skyscanner* Flüge gesucht, die abends starteten.

Backpacking mit Kind: Das ändert sich

Einige Dinge sind auf unserer 4-wöchigen Reise durch Malaysia mit Baby natürlich anders gewesen, als zum Beispiel auf unserem Thailand Backpacking Trip. Trotzdem, ich bin nicht mit dem Gefühl wiedergekommen: „Leute, Backpacking mit Baby ist komplett was anderes!“ Eher, „Leute, los macht Kinder und geht auf Reisen!“, auch wenn man die folgenden Punkte beachten sollte:

  1. An das Kind anpassen: Natürlich musst du deinen Tagesablauf um dein Kind herum planen. So haben wir den Tag auf uns zukommen lassen und planten so wenig wie möglich.
  2. Kein Rollerfahren: Dieses Freiheitsgefühl beim Rollerfahren fehlte uns. Klar, man kann sich allein auf den Roller schwingen und sich abwechseln. Aber, zu zweit, eng umschlungen – das haben wir vermisst.
  3. Keine „Action“ Ausflüge: So etwas wie Mountain Rafting war mit Baby natürlich nicht machbar – daran haben wir uns aber gar nicht gestört. Denn „normale“ Ausflüge, wie eine Bootstour, gingen trotzdem und reichten uns vollkommen.Auf einer Eco-Tour per Boot rundum Langkawi
  4. Alles dauert länger: Morgens wurde bei uns manchmal zu mittags. Irgendwie dauerte alles länger, was sicherlich viel mit der Hitze zusammenhing.
  5. Ich-Zeiten sind wichtig: Super erholsam empfanden wir unsere Reise nicht, auch wenn sie wunderschön war. Die Hitze, und unser Baby in der Trage an mir oder meinem Freund dran, haben uns manchmal mehr Kraft abverlangt als sonst auf unseren Reisen in den Tropen. Außerdem gingen wir uns manchmal vor Anstrengung auf den Keks. Deswegen unbedingt kleine Ich-Auszeiten einbauen: mal ein Stündchen allein an den Strand, oder mit dem Buch in ein Café setzen.
  6. Sonne meiden: Wenn du vorher zu den Sonnenanbetern gehört hast, dann ändert sich das wohl. Mit einem Baby solltest du schattige Plätze suchen. Trotz Eincremen (aber nur für Babys geeignete Sonnencreme* verwenden!). Solltest du die Sonne nicht meiden können, lange luftige Kleidung anziehen. Diese sind auch ein guter Schutz vor Mücken.
  7. Unterkünfte vorher reservieren: Eigentlich mögen wir es, flexibel zu bleiben. Aber mit Baby im Gepäck wollten wir – für den Anfang als unerfahrene Reiseeltern – lieber auf Nummer sicher gehen. Deswegen haben wir unsere Unterkünfte vorreserviert. Dabei haben wir darauf geachtet, eine Unterkunft mit entweder zwei Räumen oder einer Terrasse zu buchen. Mit einem Babyphone sind dann abends (wenn das Baby schläft) z.B. gesellige Runden und das eine oder andere Bier/Weinchen drin. Wir haben viele Hotels über Booking reserviert. Hier kannst du direkt suchen und wirst im Anschluss auf die Website von Booking.com weitergeleitet*:

Backpacking mit Kind: Das sind die Vorteile

Wenn du dir unschlüssig bist, ob du in der Elternzeit eine längere Reise machen kannst, hier ein paar Argumente für die Pro Seite. Abseits der Punkte, die wohl ohnehin auf deiner Liste stehen wie die intensive, gemeinsame Zeit als Familie, die Möglichkeit in der Elternzeit lange am Stück zu verreisen oder sich in den bibberkalten Monaten einfach nur auf eine Winterflucht ins Warme zu begeben:

  1. Wir lernten unser Baby besser kennen: Ihr seid, wenn ihr nicht Alleinreisende mit Baby seid, zu zweit, und habt ständig beide ein Auge auf euer Baby. Das heißt, ihr könnt jederzeit eure Beobachtungen teilen. So lernt ihr besser, was euer Kind mag und was nicht, wann eine Pause oder eher Entertainment angesagt wäre oder wie sich seine Charakterzüge bemerkbar machen.
    Das solltest du beim Backpacking mit Kind beachten: Sonne meiden
  2. Motorische Entwicklung des Babys: Natürlich ist es schwer zu sagen, ob und inwiefern sich ein Baby auf einer Reise durch bestimmte Situationen/Gegebenheiten weiter entwickelt oder nicht. Wir haben das Gefühl, dass es ihm wunderbar gut getan hat, nicht ständig in Bodys und Strampler eingepackt zu werden.
  3. Ganz viel Positivität tanken: Ungelogen, die Babyliebe in Malaysia ist bombastisch! So viele liebe Menschen schenkten unserem Baby und uns ein breites Lächeln. Sie quatschten drauf los, wollten das Baby halten und zeigten sich immer hilfsbereit. Wir können auf eine Zeit mit wirklich vielen schönen Begegnungen blicken. Das war eines der Highlights auf unserer Reise durch Malaysia.
  4. Unendlich viele schöne Fotos vom Baby: Klar, Zuhause machen wir auch ständig Fotos von unserem Baby, aber eher schnell mit dem Handy. Auf  Reisen haben wir immer unsere Kamera* dabei (Hier findest du unsere Reisefotografie Tipps). Somit konnten wir in Malaysia super viele schöne Momente einfangen.

 

 

P.S. Zum Thema Sonne tanken. Wenn man einen Monat mit Baby durch Malaysia reist, hüpft man oft von einem schattigen Fleck zum anderen. Dabei kriegt man zumindest einen leichten, ziemlich gesund aussehenden Teint :P

Und du so, wovor hast du Angst beim Backpacking mit Kind? Worauf freust du dich am meisten? Hast du vielleicht Tipps für mich, was ich bei meiner nächsten Reise mit Kind noch beachten sollte?

Eure Elisa mit Baby im Gepäck


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2 Kommentare

  1. Angelika Ekwuruibe

    Ich bin zwar bereits Omi einer kleinen Zaubermaus, aber was ihr plant und lebt ist großartig! Eine sehr eindrucksvolle, sympathische und hilfreiche Beschreibung eurer, für mich mutigen, „Wirnehmenunserbabymitreise“ mit fantastischen Fotos! Weiter so…

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