Von Thailand nach Myanmar über Land – meine Erfahrungen und Tipps

Wir reisten von Thailand nach Myanmar über Land – meine Erfahrungen und Tipps. Vom Ankommen in Bangkok über die Fahrt nach Mae Sot bis zum Grenzübergang  Myawaddy.

Von Thailand über Land nach Myanmar meine Erfahrungen und Tipps

Es gibt vier geöffnete Grenzübergänge, an denen man von Thailand nach Myanmar über Land reisen kann. Wir selbst sind im Nordwesten Thailands, am Grenzübergang Mae Sot/Myawaddy eingereist und ich kann schon einmal vorab sagen: Das war sehr einfach, sehr entspannt – wie die Atmosphäre in den Ländern selbst.

Ein weitere Möglichkeit von Thailand nach Myanmar über Land zu reisen, findet sich im Süden Thailands bei Ranong. Auch wenn wir diese Grenze selbst nicht passiert haben, haben wir von anderen Backpackern gehört, dass die Überquerung per Boot ähnlich einfach war – wenn auch etwas abenteuerlicher. Der Süden von Myanmar ist sehr untouristisch.

Weitere Übergänge: 

  • Tachilek (Shan-Staat) – Mae Sai (nördliches Thailand)
  • Hteekhee (Thantharyi) – Phunaron (Thailand)

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass Grenzübergänge jederzeit geschlossen werden können. Informiert euch am besten noch einmal kurz vor der Einreise auf der Website des Auswärtigen Amtes über die Einreisebestimmungen.

Mae Sot/Myawaddy: Von Thailand nach Myanmar über Land 

Heute möchte ich euch von meinen Erlebnissen berichten, darauf eingehen, was ihr beachten müsst, wenn ihr von Thailand nach Myanmar über Land einreisen wollt, wie ihr überhaupt von Bangkok zur Grenze kommt und wie ihr in Myawaddy am besten weiterreist.

Schritt 1: Das Visum für Myanmar beantragen

Vor der Myanmar Backpacking Rundreise muss ein Visum eingeholt werden. Das geht schnell und einfach online via botschaft-myanmar.de bzw. hier: evisa.moip.gov.mm.

Kosten: ca. 50 Dollar.

Der Vorteil des eVisums: Du musst nicht zur Botschaft gehen, deinen Reisepass nicht abgeben und bekommst dein Visum per Mail geschickt. Nur ein paar Tage warten, ausdrucken, einen bei Einreise noch 6 Monate gültigen Reisepass mitnehmen und et voila: Die Einreise kann beginnen.

Aktuelle Infos (am besten immer vorher checken): Auswärtiges Amt

Schritt 2: Ankommen in Bangkok

Wir fliegen immer mit Eurowings* von Düsseldorf non stop nach Bangkok. Kosten für beide Flüge: ca. 500 Euro, inklusive vegetarisches, vorgebuchtes Essen; Sitzplätze und 1x aufgegebenes Gepäck (für Trikots, die wir spenden wollten – ansonsten reisen wir mit Handgepäck).

In der Megametropole Bangkok verbrachten wir zwei Nächte in unserer Ruheoase, dem Uma Residence*, tauchten in das quirlige Marktleben direkt vor unserer Tür ein und reisten am dritten Tag mit dem Bus in den Nordwesten Thailands.

Unser Ziel: Die Grenzstadt Mae Sot.

Schritt 3: Busticket nach Mae Sot kaufen

Das Ticket für die Fahrt nach Mae Sot haben wir gleich nach der Ankunft in Bangkok gekauft. Dafür sind wir am Flughafen in den Skytrain/Airport Railink gestiegen (im Untergeschoss des Flughafens, gut ausgeschildert), sind an der Haltestelle „Petchaburi“ in die Metro gewechselt und am „Chatuchak Park“ ausgestiegen.

Die restlichen 1-2 Kilometer haben wir ein Taxi bis zum großen Busbahnhof „Mochit“ genommen. Direkt am Eingang reihen sich Ticket-Schalter aneinander. Wir suchten die Aufschrift „Mae Sot“ und buchten für 550 Baht einen VIP-Bus, der um 8:15 Uhr zwei Tage später abfuhr.

Es gibt mehrere Verbindung, 2-3 am Morgen und 2-3 in der Nacht.

Vorab buchen? Da der Bus früh am Morgen abgefahren ist und ich sicher gehen wollte, dass wir einen freien Platz ergattern würden, haben wir unsere Tickets vorab gekauft.

Schritt 4: Nach Mae Sot fahren

Die komfortable, wenn auch langatmige Fahrt nach Mae Sot dauerte ca. 8 Stunden, inklusive einem Stopp fürs Mittagessen. Eine Toilette befindet sich an Bord.

Zwei Nächte blieben wir in Mae Sot, erkundeten mit dem Roller die (im Februar ziemlich vertrocknete) Gegend und genossen die tollen Gespräche mit dem Inhaber unserer Unterkunft und weiteren Gästen.

Zwei davon waren Gerda und Martien. Das holländische Paar verbringt seit Rentenbeginn mehrere Monate im Jahr in Mae Sot und unterstützt den Auf- und Ausbau einer Schule, die (vor allem) Waisen aus Myanmar ein neues Zuhause und eine Perspektive bietet.

Spontan besuchten wir am nächsten Tag die Kinder und die Organisation und spendeten einen Teil unserer mitgebrachten Trikots – was für ein wundervoller Auftakt unserer Reise!

Wenn du auch gern Trikots sammeln, mitnehmen und spenden möchtest, schreib uns anwir unterstützen dich gern bei der Aktion! Wenn du dich direkt mit der Schule bzw. Gerda und Martien in Verbindung setzen magst: New Blood School / Education for Burma. Hilfe wird immer gebraucht.

Dass wir uns bereits in der Nähe von Myanmar befanden, merkten wir übrigens sofort. Überall sahen wir Menschen, die sich mit „Thanaka“ Farbe geschminkt hatten – einer Paste aus Baumrinde, die als natürliche Kosmetik von Kindern und Frauen verwendet wird.

Unsere Unterkunft in Mae Sot: Wattana Village Resort*. Liegt außerhalb der Stadt in einem großen Garten mit Teich. Hier finden häufig thailändische Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten statt, was mich nicht gestört hat. Im Gegenteil: Wir hatten das Glück, eine Zeremonie erleben und in die thailändische Kultur eintauchen zu dürfen. Die geräumigen Bungalows gibt es ab 23 Euro pro Nacht, inkl. Frühstück. Absolut zu empfehlen! Gebucht haben wir über AirBnB – falls du noch nicht angemeldet bist, habe ich hier einen Gutschein* für dich.

Trikots gespendet in Mae Sot Thailand

Schritt 5: Von Thailand nach Myanmar über Land einreisen – ab zur Grenze!

Unweit von Mae Sot, nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt, befindet sich der Grenzübergang „Myawaddy“. Gerda und Martien brachten uns mit dem Auto hin. Wir quetschten uns an den wartenden Lastern vorbei zum Schalter, bekamen von einem sehr freundlichen Mitarbeiter unsere Thailand-Departure-Card gestempelt und spazierten über eine lange Brücke nach Myanmar. Dort zeigten wir unser Visum vor, ernteten ein strahlendes Lächeln und hatten ca. zehn Minuten später den Stempel im Pass.

Ja, so einfach war das. Dauerte keine Stunde!

Schritt 6: Weiterfahrt in Myanmar, z. B. nach Hpa-an

Sobald ihr die Grenze passiert habt, werdet ihr höchstwahrscheinlich von jemandem angesprochen, der euch beim Ticketkauf hilft. Falls nicht: Einfach weiter geradeaus gehen. Nach wenigen Metern findet ihr auf der rechten Seite einen kleinen Stand, wo Minibus-Tickets verkauft werden.

An der Grenze, direkt neben dem Minibus-Stand, gibt es auch einen ATM, also einen Geldautomaten, an dem wir Bargeld abheben konnten. Unsere ersten Kyats.

  • Fahrtdauer nach Hpa-An oder Mawlamyaing: ca. 4 Stunden.
  • Kosten Ticket: ca. 12.000 Kyat.

Vier Stunden lang schunkelten wir im Minibus über schlagloch- und staubübersäte Straßen, kurvten irgendwann vorbei an meterhohen Bergen, sahen einen Elefanten am Hang stehen, wichen frei laufenden Ziegen, Hühnern und Schweinen aus und hielten irgendwo im Nirgendwo, um ein Mönchskind, eine Frau und ein kleines Mädchen mitzunehmen, die sich hinter uns in den Van quetschten.

Ich lehnte mich zurück, ließ die Natur am Fenster vorbeirauschen und spürte, wie sich in mir ein Kribbeln ausbreitete und gleichzeitig ein Vakuum, das all den Stress, die Erwartungen, die Pläne beiseite schob, bis nur noch Platz war für das, was uns umgab. Eine neue Kultur, ein neues Land, eine neue Reise, viele neue erste Male.

Urlaub. Denn den Laptop, den hatte ich zum ersten Mal seit zwei Jahren zuhause gelassen. Und spürte: Das war richtig, das war wichtig.

Stichwort Planen und Loslassen: Vor einer Reise mache ich mir tausend Gedanken, plane akribisch die Route (im Kopf und auf Zetteln). Doch sobald ich reise, ankomme, ist plötzlich alles ganz einfach, „Easypeasy“ – und ich frage mich: Warum hatte ich nochmal Angst vor der Busfahrt, Respekt vor der Einreise von Thailand nach Myanmar, …?

Weil ich genau das mittlerweile weiß, reise ich immer häufiger mit offenem Rückflugdatum, lege den Reiseführer vor Ort beiseite, schlender und merke: das Loslassen tut mir sehr gut – und das Planen vorab irgendwie auch. :-)

Und damit: Myanmar, here I come.

Pha-An war ein Highlight auf unserer Myanmar Backpacking Route - der Blick von unserer Dachterrasse

Schritt 7: Myanmar Backpacking Route starten

Gleich weiterlesen: Meine Myanmar Backpacking Route für 3 Wochen ohne Inlandsflug

Reiseführer-Tipp:

Myanmar Reiseführer Empfehlung

Bei unserer Planung hat uns vor allem der Stefan Loose Reiseführer* sehr geholfen: Ein tolles, umfassendes Werk!! Ich habe ihn vor allem genutzt, um mich mit Kultur und Religion Myanmars vertraut zu machen, die Route zu recherchieren und vor Ort zu schauen, welche Ausflüge man machen kann und wie wir von A nach B kommen.

An einem Wochenende durchgeschmökert, danke für die Inspiration!

Hat dir dieser Artikel weitergeholfen?

Ich freue mich über jeden Kommentar und beantworte hier auch gern weitere, individuelle Fragen. Alles Liebe für dich und ganz viel Spaß auf deiner Myanmar Reise, Sina

Elisa und Sina vom Reiseblog Ferndurst*Affiliate-Links (wir bekommen eine Provision, wenn du über die gekennzeichneten Links eine Unterkunft buchst oder ein Produkt auf Amazon bestellst): So kannst du uns und unsere Arbeit unterstützen – dafür danken wir dir wirklich sehr. Davon bleibt unsere Meinung absolut unbeeinflusst! Wir empfehlen ausschließlich Produkte und Dienstleistungen, die wir selbst nutzen und dir wirklich ans Herz legen können. Dafür zahlst du selbstverständlich nicht mehr. :-*

Alles zu Myanmar auf Ferndurst – komm mit auf meine Rundreise:

  1. Myanmar individuell bereisen: 15 Tipps zur Planung deiner Rundreise
  2. Meine Myanmar Backpacking Route für 3 Wochen – der Guide
  3. Myanmar Packliste – mit Handgepäck unterwegs
  4. Von Thailand nach Myanmar über Land – Erfahrungen und Tipps
  5. Hpa-an Reisebericht: ein Tag in 7 Highlights
  6. Mawlamyaing – 6 Sehenswürdigkeiten & Tipps, die mich begeistert haben
  7. Pyin Oo Lwin Reisebericht
  8. Trekking Myanmar: 2 Tage wandern in Kyaukme (Geheimtipp)

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden oder speicher ihn für dich:

Kategorie Myanmar

Hi, ich bin Sina, studierte Journalistin und Medienmanagerin, Vegetarierin, Yoga-verloved und vor allem eins: ferndurstig. Ich liebe es, ein Land intensiv zu bereisen - und das Glücksgefühl, wenn mich ein Ort voll und ganz in seinen Bann zieht. Lange Zeit blieben Reisen und Schreiben Hobbies. Das ging solange gut, bis ich das erste Mal nach Thailand flog und mich Hals über Kopf ins Land des Lächelns verliebte. 1,5 Jahre später kündigte ich trotz massiver (Sicherheits-)Ängste meinen Job und ging mit meinem Freund auf große Reise. Ohne Rückflugticket. Seitdem hat sich mein Leben stark verändert: Ich habe mich als Autorin und Bloggerin selbstständig gemacht, mein erstes Buch veröffentlicht, kultiviere Langsamkeit und versuche, meinen (Existenz-)Ängsten immer weniger Kraft zu geben. Auf Ferndurst nehme ich dich mit auf meine Reisen - und möchte dir den Mut geben, auf dein Herz zu hören und deine Träume zu leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.